Grosslawine am Pizol war nicht vorhersehbar

Nur mit viel Glück entging am Samstag das Skigebiet beim Pizol einer Katastrophe. Eine grosse Staublawine ging in der Nähe der Piste nieder. Laut dem Schnee- und Lawinenforschungsinstitut in Davos sei der Abgang zu diesem Zeitpunkt aussergewöhnlich. Die Lawine sei deshalb nicht vorhersehbar gewesen.

Eine Staublawine.

Bildlegende: Staublawinen können eine verheerende Wirkung haben. Im Bild eine künstlich ausgelöste Lawine bei Flims. Keystone

Der Winter hat die Ostschweiz fest im Griff: Am Wochenende fielen teilweise bis zu einem halben Meter Schnee. Das hat auch Einfluss auf die Lawinengefahr, die am Samstag als erheblich, aber nicht als gross eingestuft wurde.

Erheblich ist die dritte von maximal fünf Warnstufen des Lawinendienstes. Deswegen sei die Grosslawine vom Samstag am Pizol nicht vorhersehbar gewesen, sagt Kurt Winkler, Lawinenwarner am Schnee- und Lawinenforschungsinstitut in Davos. Es habe zu wenig Schnee gehabt und auch der Wind sei nicht so stark gewesen, dass man mit einer so grossen Lawine hätte rechnen müssen.

«Entscheid war richtig»

Bei den Pizolbahnen hat man heute die Situation vor Ort nochmals angeschaut. Die Sicht war viel besser als am Samstag. Noch kann man die Abrissstelle der Lawine sehen. Sonst gibt es keine Spuren mehr.

Der Sprecher der Pizolbahnen sagt heute, dass es richtig gewesen sei, die betroffene Piste nicht zu sperren. Denn aufgrund der gefallenen Schneemenge sei mit so einem Abgang nicht zu rechnen gewesen. Der Grund für die grosse Staublawine sei der unberechenbare Wind gewesen. Daraus seien Schneeverfrachtungen entstanden, die zur Lawine geführt hätten. Für eine genaue Analyse der Ereignisse wollen die Pizolbahnen interne Abklärungen durchführen, aber auch externe Berater des Schweizerischen Schnee- und Lawinenforschungsinstitut einbeziehen.