Haag rügt Angestellten wegen antisemitischer Äusserung

2012 kommen in Bulgarien bei einem Anschlag fünf israelische Juden ums Leben. Darauf schreibt ein St.Galler Staatsangestellter an die israelischen Botschaft und drückt seine Freude darüber aus. Der Angestellte wurde verurteilt, das zuständige Departement prüft personalrechtliche Massnahmen.

Eine Verletzte wird zur Ambulanz gebracht

Bildlegende: Beim Anschlag im bulgarischen Burgas kamen fünf Menschen ums Leben. Keystone

Im 2012 starben bei einem Terroranschlag auf einen Reisebus in Bulgarien fünf israelische Juden. Der ehemalige CVP-Politiker und Leiter der St. Galler Stelle für Umweltverträglichkeitsprüfung Maurus Candrian schrieb darauf  an die israelische Botschaft und kommentierte den Anschlag unter anderem als «grossartig».

Im Dezember verurteilte ihn die St. Galler Staatsanwaltschaft wegen Verstosses gegen die Anti-Rassismus-Bestimmung  zu 90 Tagen bedingt und 2'500 Franken Busse. Sein Vorgesetzter, Bauchef Willi Haag, erfuhr erst vergangene Woche von diesem Urteil. Er wolle den Vorfall nun personalrechtlich abklären und allenfalls Massnahmen gegenüber dem Mitarbeiter ergreifen.

Politiker von links bis rechts fordern Massnahmen. Die CVP fordert die Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Candrian sass für die CVP  2004 bis 2006 im St. Galler Kantonsparlament. Danach wechselte er in die GLP. Dieser Partei gehört er heute auch nicht mehr an.

In der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» bereut  Maurus Candrian die Wortwahl im Mail an die israelische Botschaft. Der Wortlaut sei «daneben» gewesen. Seine Absicht sei es lediglich gewesen, die israelische Politik zu kritisieren. Dies habe er der israelischen Botschaft in einem zweiten Schreiben auch erläutert.