Happy End für St. Galler Pensionäre im Versicherungsstreit

Jahrzehntelang bot der Kanton St. Gallen ehemaligen Angestellten samt Ehegatten eine Unfallzusatzversicherung an. Diese wurde letztes Jahr ersatzlos gestrichen. Erst als Radio SRF darüber berichtete, reagierte Regierungsrat Martin Gehrer. Nun gibt es eine Lösung.

Mit abgesägten Hosen standen vor einem knappen Jahr rund 400 St. Galler Pensionäre da. Sie alle sind ehemalige Angestellte des Kantons. Ihnen und ihren Ehepartnern war ihre Unfallzusatzversicherung per Ende 2014 gekündigt worden.

Die gesetzliche Grundlage fehle, sagte im September vor einem Jahr der verantwortliche Regierungsrat Martin Gehrer. Hinzu komme, dass eine Weiterführung zu teuer käme: «Theoretisch wäre es möglich, doch dafür müsste man eine Administration aufbauen, die mit relativ hohem Aufwand verbunden ist.» Wie gross der finanzielle Aufwand wäre, konnte der Regierungsrat damals nicht beziffern.

Mehrkosten haben sich in Luft aufgelöst

Nach der Berichterstattung des «Regionaljournals Ostschweiz» macht Martin Gehrer jedoch eine Kehrtwende: Nur wenige Tage später, am ersten Sessionstag des St. Galler Kantonsparlaments, stellte der Regierungsrat eine Lösung in Aussicht.

Im Amtsblatt vom Dienstag dieser Woche ist nun die Auftragsvergabe für eine «Unfallzusatzversicherung für die Pensionierten» publiziert. Neu kümmert sich die Krankenkasse SWICA um die Abwicklung der Administration.

Von den befürchteten Mehrkosten ist keine Rede mehr. Auf Anfrage sagt Christian Grünenfelder, stellvertretender Direktor der Gebäudeversicherung, die zuständig ist: «Mit dem Versicherer, den wir gefunden haben, entsteht keine Mehrbelastung für den Staat».

Mehrkosten wären aber entstanden, wenn der Kanton die Aufgabe übernommen hätte. Lange sei nicht absehbar gewesen, ob es überhaupt eine Lösung gibt, so Grünenfelder weiter. Auf die Ausschreibung habe sich genau nur eine Versicherung – die SWICA – gemeldet. Sie hat nun den Zuschlag bekommen.

Rund 250 Pensionäre, die sich laut dem Kanton nach der Kündigung neu angemeldet haben, profitieren nun von der neuen Lösung.

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 17:30