Früher Frühling Heisse Zeiten für Frösche und Kröten

Der Frühling hat in diesem Jahr extrem früh, warm und trocken begonnen. Die Paarungszeit der frühen Amphibien ist fast überall vorbei. Nun droht der Nachwuchs zu vertrocknen.

Wenigerweier zwischen St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden

Bildlegende: Der Wenigerweier zwischen St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden: ein Amphibien-Laichgebiet von nationaler Bedeutung. SRF / Michael Breu

Mit 7,9 Grad lagen die durchschnittlichen Märztemperaturen deutlich über dem langjährigen Klima-Mittelwert (Periode: 1981-2000); nur gerade der März 1994 war wärmer, seit die Temperatur in der Schweiz erfasst wird. Und das sind immerhin 250 Jahre. Der Klimawandel hat – vorsichtig interpretiert – Konsequenzen für die Amphibien:

  • Der warme und trockene März lässt die Frösche und Kröten bis zu drei Wochen früher wandern. Das braucht Energie, sagt Biologe Jonas Barandun vom Naturmuseum St.Gallen. Einen plötzlichen Kälteeinbruch könnten die Amphibien nur bedingt überleben.
  • Die warmen Temperaturen und der trockene Wind sind für Amphibien, die es gerne kühl und feucht haben, problematisch. Dramatischer ist die Lage aber für den Nachwuchs des Grasfrosches, der seinen Laich gerne in flache Gewässer ablegt: Föhn und hohe Temperaturen verdunsten das Wasser, der Laich vertrocknet.
Karte von Europa

Bildlegende: Im Jahr 2050 könnte es im Südwesten der Iberischen Halbinsel, in Italien und Südfrankreich zu warm werden für Amphibien. Miguel Araújo / Museo Nacional de Ciencias Naturales de Madrid

Noch sind die Biologen zurückhaltend mit Szenarien beim prognostizierten Klimawandel. Eine Studie des Museo Nacional de Ciencias Naturales de Madrid und des Oxford University Centre for the Environment warnt: «Der erwartete Klimawandel könnte einen massiven Rückgang bei Amphibien- und Reptilienarten auslösen», heisst es im Fachmagazin «Journal of Biogeography».

Der Grasfrosch, der in weiten Teilen Europas vorkommt, könnte den Modellrechungen zufolge im Jahr 2050 den Lebensraum im südlichen Europa verlieren.