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Ostschweiz Herdenschutzhunde sorgen für Lärmklagen

Herdenschutzhunde sind ein wirksamer Schutz gegen den Wolf. Doch mit ihrem Verhalten vertreiben sie auf den Alpen auch Wanderer und Biker. Nach der Alpsaison sind die Hunde nun im Tal und nahe bei der Zivilisation unterwegs. Dort sorgen sie mit ihrem Bellen bei den Anwohnern für schlaflose Nächte.

Legende: Video «Herdenschutzhunde sorgen für Lärmklagen» abspielen. Laufzeit 3:56 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 12.11.2014.

Der Bauernhof von Ueli Metz liegt hoch über dem Walensee am Rande eines Wohnquartiers. Im Winter weiden seine Schafe direkt neben den Häusern. Bewacht wird die Herde von vier Herdenschutzhunden. Wenn die Hunde eine Gefahr für ihre Herde sehen, bellen sie. Sie reagieren auf Katzen, Füchse und Spaziergänger. Immer wieder fühlen sich Nachbarn durch das Bellen gestört und melden sich bei der Polizei.

Ueli Metz hat bereits 20 Lärmklagen erhalten. Anwohner haben auch schon den Tierschutz und den Kantonstierarzt informiert. Metz hat Verständnis für die Klagen der Anwohner. Er hat darum verschiedene Anpassungen vorgenommen. Die Nacht müssen die Hunden nun in einem Schopf verbringen: «Das ist aber nicht gut. Die Hunde müssen nachts arbeiten, sonst verlieren sie ihr natürliches Verhalten und schützen die Schafe nicht mehr.»

Lärmklagen werden ernst genommen

Wenn aus dem Bellen ein veritabler Nachbarschaftsstreit wird, hilft die Vermittlung des kantonalen Herdenschutzbeauftragen. Jan Boner ist zuständig für die Ausbildung und Haltung der Hunde im Kanton Graubünden. Er nimmt Lärmklagen jedes Mal sehr ernst. Er habe aber festgestellt, dass oft gar nicht der Hund der Kern des Problems sei: «Oft sind es zwischenmenschliche Probleme und es geht weniger um den Hund, als um den Wolf.»

Kompromisse bringen ruhige Nächte

Jan Boner sucht mit Hundehalter und Anwohner jeweils Lösungen, die für beide Seiten passen. Manchmal müssen die Hunde die Nacht im Stall verbringen oder man sucht eine Weide, die abgelegen liegt. Es habe aber auch schon Nachbarn gegeben, die nach dem Gespräch Lärmschutz-Fenster einbauen liessen.

Mehr Verständnis für Herdenschutzhunde

Ueli Metz wünscht sich, dass die Bevölkerung besser über die Aufgaben der Herdenschutzhunde informiert wird und die Leute den Hund tolerieren. «Wer ‚ja‘ sagt zum Wolf, der muss auch ‚ja‘ sagen zum Herdenschutzhund», sagt Metz. Er will trotz Konflikten seine Hunde behalten. Metz sömmert seine Schafe auf einer Alp mitten im Wolfsgebiet am Calanda. Seit er die Hunde habe, habe es keine Wolfsrisse mehr gegeben.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Günther Schwamberger, Bayern
    Nicht d. HS-Hund ist das neue Übel in den Bergen, sondern die ach so natruverbundenen Wanderer und Biker. Ohne Rücksicht wird jeder m² Berg in Besitz genommen. Ich habe auch mehr Angst um meine Kinder im täglichen Straßenverkehr. HSH stellen den potentiellen Eindringling, aber fallen nicht über ihn her, wir haben nur verlernt uns richtig zu verhalten.Gebt der Natur wieder etwas Freiheit vom Menschen. Mir tut der Schäfer leid, der sich redlich um eine "natürliche" Lösung bemüht. Weiter so !
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  • Kommentar von Tim Luethi, Zürich
    Die Herdenschutzhunde sind das neue Übel in den Bergen für Wanderer und Biker. Sie treiben sich unbeaufsichtigt auf den Wanderwegen herum und greifen alles an was nicht nach Schaf aussieht. Wie soll man mit den Kindern da noch Wandern gehen, wenn sich diese Viecher einem in den Weg stellen. (Selber erlebt, kam nur durch einen gefährlichen Umweg am Hund vorbei). Muss denn jeder Qmeter in der Schweiz zu Geld gemacht werden? Wenn der Hirte zu faul ist zu seinen Schafen zu schauen soll er es lassen.
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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    «Wer ‚ja‘ sagt zum Wolf, der muss auch ‚ja‘ sagen zum Herden-Schutzhund», sagt Metz. - So ist es!
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    1. Antwort von Tim Luethi, SG
      Wolf ja, Schafe mit Herdenhund nein, mit vernüftigem Hirt ja. So einfach. Vom mir aus auch Lamas, sind wahrscheinlich halt teurer.
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