Herzklinik Kreuzlingen: Thurgauer Staatsanwaltschaft wird aktiv

Bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft ist eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Herzklinik in Kreuzlingen eingegangen. Dies bestätigt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

Konkret gehe es um einen angeblich gefälschten Totenschein und um Arzneimittelmissbrauch, erklärt Stefan Haffter, Mediensprecher der Thurgauer Staatsanwaltschaft, gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1. Die Staatsanwaltschaft behalte sich vor, das Strafverfahren auszuweiten, falls dies nötig sei, so Haffter weiter.

Klinik muss Kanton Red und Antwort stehen

Bereits Anfang Woche wurde bekannt, dass das in die Schlagzeilen geratene Herz-Zentrum Bodensee mit Kliniken in Kreuzlingen TG und Konstanz (D) den Verantwortlichen des Thurgauer Departements für Finanzen und Soziales Red und Antwort stehen und Akteneinsicht gewähren muss.

Auf der Thurgauer Seite geht es nebst dem angeblich gefälschten Totenschein und dem Arzneimittelmissbrauch noch um weitere Punkte: So sollen Räume der Klinik mit Schimmelpilz befallen sein und eine Ärztin soll ohne Berufsbewilligung in der Klinik gearbeitet haben.

Vorwürfe auf deutscher Seite

Die Vorwürfe auf deutscher Seite sind um einiges happiger: Die Staatsanwaltschaft ermittlet wegen des Verdachts der Implantation in Deutschland nicht zugelassener Herzklappen bei gegen 50 Patientinnen und Patienten. Zudem wird der Klinikleitung unter anderem vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge nicht abgerechnet zu haben. Es ist von einem Schaden in Millionenhöhe für das Land Baden-Württemberg die Rede.

Der Sprecher der Herzklinik weist sämtliche Vorwürfe zurück. Er betont aber, dass die Klinik an einer lückenlosen Aufklärung der Vorwürfe interessiert sei.