Hummlers Neustart als Wirtschaftskommentator

Eineinhalb Jahre nach dem Verkauf der Privatbank Wegelin, der ältesten Bank der Schweiz, meldet sich der ehemalige Chef Konrad Hummler zurück. Seit vergangener Woche schreibt er wieder Wirtschaftskommentare - neu gegen Bezahlung.

Konrad Hummler

Bildlegende: Konrad Hummler will seine Wirtschaftskommentare jetzt verkaufen. SRF

Konrad Hummler blickt auf einen kometenhaften Aufstieg zurück: Aus der kleinen Bank Wegelin in St. Gallen schuf er ein Finanzinstitut mit hunderten von Mitarbeitern. Dann stolperte er über seinen eigenen Ehrgeiz: Im Bestreben zu wachsen, hatte seine Bank ehemalige Kunden der UBS in den USA übernommen. Als die US-Steuerbehörden mit einer Anklage drohten, verkaufte er seine Bank im Januar 2012 Hals über Kopf an die Raiffeisen-Gruppe.

Neue Wirtschaftskommentare

Seither wurde es still um den umtriebigen Banker. Für Auskünfte stand er lange Zeit nicht mehr zur Verfügung. Erst vergangene Woche tauchte Hummler aus der Versenkung auf: Er präsentierte die erste Ausgabe seiner neuen Wirtschaftskommentare, die er nun regelmässig herausgeben will. Bereits vor dem Wegelin-Verkauf hatte Hummler einen kostenlosen Wirtschaftskommentar für rund 100'000 Lesern geschrieben.

Wegelin-Debakel finanziell gut überstanden

Er habe den Untergang von Wegelin gut überstanden und suche nun neue Anlagemöglichkeiten für sein Geld, sagt Konrad Hummler gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF. Eine Bank wolle er aber nicht mehr gründen, da er in keiner reglementierten Branche mehr tätig sein wolle. Ausserdem wäre dies wegen der Vereinbarung mit den US-Steuerbehörden kaum mehr möglich.