«Ich zücke auch in der Kneipe die rote Karte»

Sie ist die wohl dienstälteste Schiedsrichterin der Schweiz. 40 Jahre lang leitete Ruth Schmid Fussballspiele in der 4. Liga. Im Herbst hängte die Thurgauerin die Schiedsrichterpfeife an den Nagel. Nun erklärt sie aber den Rücktritt vom Rücktritt.

Ruth Schmid, die passionierte Schiedsrichterin, in ihrer Bäckerei/Conditorei in Affeltrangen.

Bildlegende: Ruth Schmid, die passionierte Schiedsrichterin, in ihrer Bäckerei/Conditorei in Affeltrangen. SRF

Ruth Schmid war Goalie in der Schweizer Fussballnationalmannschaft der Damen. In den 1970er-Jahren fing sie mit der Schiedsrichterei an. Der Spass war so gross, dass sie 40 Jahre lang Fussballspiele pfiff.

«Ich leitete Matches in der vierten Liga. Die höchste Liga war unerreichbar. Damals galt der Gedanke, dass Frauen an den Herd und nicht auf den Fussballplatz gehören.»

Rücktritt vom Rücktritt

Ruth Schmid führt mit ihrem Mann in Affeltrangen eine Bäckerei und eine Gastwirtschaft: «Wenn mir ein Gast blöd kommt, zeige ich ihm die rote Karte und stelle ihn auf die Strasse.» Im Herbst pfiff die 61-jährige Thurgauerin ihr letztes Fussballspiel. Doch nun juckt es sie wieder: «Ich bereite mein Comeback vor. Ich bin wieder im Training.» Das ärztliche Zeugnis hat sie bereits. Sie muss noch den Sporttest bestehen: 1800 Meter in zwölf Minuten. Wenn sie das schafft, will sie die Spiele der Junioren beim FC Tobel-Affelrangen pfeifen.