Im Bodensee leben mehr fremde Tiere als einheimische

Flächendeckend hat sich die Körbchenmuschel ausgebreitet, auch der aggressive Höckerflohkrebs und den Amerikanischen Flusskrebs kann man überall im Bodensee finden. Das zeigen Studien des Umweltbüros Hydra.

Würde man alle Tiere wägen, die im Uferbereich des Bodensees leben, dann wären die fremden Tiere in der Überzahl. Weil die fremden Tiere einzeln aber oft klein sind, fallen sie nicht auf.

Ein Beispiel ist der Höckerflohkrebs, der urspünglich aus dem Schwarzen Meer kommt und heute im ganzen Bodensee zuhause ist. Der aggresive Flohkrebs verdrängt die einheimischen Tiere; er frisst Artgenossen und macht sich an den Fischeiern zu schaffen.

Ebenfalls den ganzen Bodensee-Raum erobert hat die Körbchenmuschel. Eine neue Untersuchung zeigt, dass sie inzwischen auch am Untersee vorkommt. Die Körbchenmuschel stammt aus Ostasien und wurde in den 1920er-Jahren nach Nordamerika eingeschleppt. Von dort gelangte sie in den 1980er-Jahren nach Europa. Im Bodensee wurde die Muschel erstmals vor zehn Jahren nachgewiesen.