Immer mehr Männer wollen Primarlehrer werden

Schweizer Schulzimmer sind fest in der Hand von Lehrerinnen. Auf der Primarstufe ist nur gerade jede 10. Lehrperson ein Mann. In der Ostschweiz holen die Männer aber auf. An der Pädagogischen Hochschule St. Gallen sind für den neuen Studiengang im Herbst so viele Männer angemeldet wie noch nie.

Noch nie wollten soviele junge Männer in der Ostschweiz Primarlehrer werden wie zur Zeit. Das belegen die Anmeldungszahlen der Pädagogischen Hochschule St. Gallen.

Bildlegende: Noch nie wollten so viele junge Männer in der Ostschweiz Primarlehrer werden wie zurzeit. Keystone

In der Schweiz sind 90 Prozent der Lehrkräfte auf der Primarstufe Frauen. Das habe Einfluss auf den ganzen Beruf, ist Erwin Beck, Rektor der Pädagogischen Hochschule St. Gallen, überzeugt. Deshalb habe man ganz bewusst Gegensteuer gegeben. Man habe mit spezifischer Werbung versucht, junge Männer für den Lehrberuf zu gewinnen. Ausserdem habe man die Ausbildung angepasst.

Ein Lehrerboom

Das alles habe dazu beigetragen, dass derzeit der Lehrberuf bei den Männern in der Ostschweiz boomt, ist der Rektor der Pädagogischen Hochschule überzeugt. Auch der 24-jährige Patrick Weder, Lehrer in Steinach, ist begeistert von der Ausbildung. Er ist nach wie vor sehr zufrieden mit seinem Job. Und wie lebt sich's als Mann in einem vorwiegend von Frauen dominierten Beruf? «Ganz angenehm, ich bin von den Frauen im Team toll aufgenommen worden.»

Die Pädagogische Hochschule St. Gallen bildet ab kommenden Herbst 20 Prozent Männer zu Primarlehrern aus. Das sind doppelt so viele Männer wie in den letzten Jahren. Dies ist laut der Hochschule der höchste Männer-Anteil in der Schweiz.