Immer mehr Tetrapak-Sammelstellen auch in der Ostschweiz

Der Tetrapak gehört schon bald so selbstversändlich auf die Sammelstelle wie Glas oder Blech: der Verpackungshersteller Model in Weinfelden will demnächst alle Getränkekartons der Schweiz wiederverwerten. Noch fehlt aber ein nationales Sammel-System.

Getränkekarton-Recycling - ein Sammelbehälter.

Bildlegende: Schon 2018 soll jedem Konsument eine Sammelstelle für Tetrapak in nächster Nähe zur Verfügung stehen. zvg

Der Verpackungshersteller in Weinfelden, die Firma Model, ist bald in der Lage, alle Getränkekartons der Schweiz zu rezyklieren. Dafür investiert sie 35 Millionen Franken. Der Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz ist bemüht, bis in drei Jahren ein nationales Sammel-System auf die Beine zu stellen.

Während eines dreijährigen Pilotprojekts testete der Verein die grossflächige Separatsammlung der Tetrapaks. An 100 Sammelstellen in elf Kantonen fallen mittlerweilsen mehr als 30 Tonnen Getränkekartons an. In der Weinfelder Firma Model werden sie wiederverwertet.

Zwei Hürden

Die Pilotphase habe gezeigt, dass eine grossflächige Sammlung «ökologisch sinnvoll, technisch machbar und wirtschaftlich tragbar» sei, sagt Raymond Scheler vom Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» auf SRF 1.

«  2018 könnte eine nationale Sammlung starten. »

Raymond Schelker
Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz

Mit einer vorgezogenen Recyclinggebühr von zwei Rappen pro Getränkekarton wäre es finanzierbar. Dafür brauche es aber noch mindestens zwei Hürden zu nehmen: eine Branchenvereinbarung der Detaillisten und eine entsprechende Rahmenbedingung.

Bei der Model dürfte dann die Menge an Getränkekartons sprunghaft ansteigen: von monatlich 30 Tonnen auf rund 1500 Tonnen.

«Bedürfnis getroffen»

Die neuen Sammelbehältern für Getränkekartons würden von den Kunden geschätzt, meint Peter Steiner vom Verband KVA Thurgau. In Weinfelden hat die KVA vor kurzem solche Behälter aufgestellt. «Wir habe das Bedürfnis unserer Kunden getroffen», so Steiner weiter, wenn er mit Anlagen vergleiche in anderen Kantonen, die mit dem Getränkekarton-Recycling schon längere Erfahrung haben.