In der Ostschweiz wird ein neues Mittel gegen Feuerbrand getestet

Dieses Jahr darf das Antibiotikum Streptomycin nochmals im Kampf gegen Feuerbrand eingesetzt werden. Zum letzten Mal, fordern die Imker. Ihre Hoffnung ruht auf dem neuen Pflanzenschutzmittel LMA. Im Mai soll es in einem Grossversuch in den Kantonen St. Gallen und Thurgau getestet werden.

Eine Biene fliegt zur Blüte eines Apfelbaumes.

Bildlegende: Das Pflanzenschutzmittel LMA soll weniger schädlich sein für Bienen, hoffen die Imker. Keystone

Das Pflanzenschutzmittel LMA wird in Deutschland seit ein paar Jahren getestet. Die Wirkung sei ähnlich wie jene von Streptomycin, sagen Obstfachleute. Nun soll es auch in der Schweiz getestet werden, vor allem in den Kantonen St. Gallen und Thurgau. Im Thurgau sind es rund 10‘000 Apfelbäume, im Kanton St. Gallen sogar noch mehr.

Ein Teil der Bäume wird mit Streptomycin gespritzt, der andere mit dem Pflanzenschutzmittel LMA. Rund 10 Tage später sollte klar sein, ob die Bäume von Feuerbrand befallen wurden.

Die Imker setzen aufgrund der Erfahrungen in Deutschland grosse Hoffnung in das LMA. Konkret fordern sie, dass dieses Streptomycin schon im nächsten Jahre ersetzen soll. Die Obstfachleute wollen lieber Schritt für Schritt vorgehen und keine Rückschläge riskieren. Für die nächsten zwei, vielleicht sogar drei Jahre seien die Obstbauern auf das Streptomycin angewiesen, erklärt Richard Hollenstein, Leiter der Fachstelle Obstbau im Kanton St. Gallen.

LMA ist in der Schweiz noch gar nicht zugelassen. Es sei auch kein Gesuch für eine Zulassung eingereicht worden, sagt Edi Holliger, Projektleiter Feuerbrand beim Bund. Ein solches müsste erst sorgfältig geprüft werden. Eine Zulassung sieht er frühestens in zwei Jahren. Immerhin: Möglich sei, dass im nächsten Jahr eine Testfläche nur mit dem neuen Pflanzenschutzmittel gespritzt werde.