Integriert heisst: verstehen und verstanden werden

Um die Integration von Migranten zu fördern, zahlte der Bund 2013 rund 14 Millionen Franken für Sprachprogramme, Frühförderung oder Dolmetscher. Ab 2014 gelten für alle Kantone die gleichen Ziele. Während einige Förderbereiche in der Ostschweiz gut etabliert sind, besteht in anderen Nachholbedarf.

Deutschbuch für fremdsprachige Erwachsene

Bildlegende: 2013 wurden schweizweit über 100'000 Teilnehmer mit den Sprachangeboten in den Kantonen erreicht. srf

Um die Integration zu fördern, haben sich der Bundesrat und die Kantone auf eine gemeinsame Strategie geeinigt. In der spezifischen Integrationsförderung werden in der ganzen Schweiz ab 2014 die gleichen Ziele verfolgt. Dabei hat der Bund drei Pfeiler definiert und in denen acht Förderbereiche:

  • Erstinformation
  • Beratung
  • Schutz vor Diskriminierung
  • Sprache und Bildung
  • Frühförderung
  • Arbeitsmarktfähigkeit
  • Interkulturelles Dolmetschen
  • Soziale Integration

Seit dem 1. Januar 2014 sind die Kantone für die Umsetzung ihrer Integrationsmassnahmen zuständig. Gemeinsam mit dem Bund haben sie dazu kantonale Integrationsprogramme (KIP) erarbeitet. Diese reichen von der individuellen Beratung von Migrantinnen und Migranten über berufsbezogene Sprachkurse bis hin zum interkulturellen Dolmetschen in Spitälern. Das BFM leistete im 2013 Bundesbeiträge zur Integrationsförderung von insgesamt 13,4 Millionen Franken. Ab 2014 soll mehr Geld in die Förderung fliessen, jährlich rund 39 Millionen Franken.

Schwerpunktthemen in den Kantonen:

Kanton St. GallenSetzt bei der Erstinformation auf individuelle Erstgespräche. Das Modell wird in den grösseren Gemeinden im Kanton getestet und danach geprüft, wie sich das Modell in den kleineren Gemeinden umsetzen lässt. Auch bei der Integration in den Arbeitsmarkt  versucht man neue Angebote zu schaffen, wie beispielsweise für Personen ab 30. Zudem wurde das Finanzierungsmodell bei den Sprachkursen geändert. Neu haben alle Anrecht auf einen vergünstigten Deutschkurs (egal wo sie diesen besuchen), sofern sie ein bestimmtes steuerbares Einkommen nicht überschreiten.
Kanton ThurgauBaut zusammen mit den Gemeinden fünf regionale Kompetenzzentren in den Bezirken auf. Drei Zentren bestehen bereits, zwei weitere Standorte werden gesucht. Die Zentren dienen als Anlaufstellen für Informationen, Beratungen oder auch als Durchführungsorte für Deutschkurse.
Kanton GraubündenFür die Frühförderung besteht kein kantonales Konzept: Ein solches soll bis 2016 ausgearbeitet werden. Dabei überlegt sich die Integrationsfachstelle, ob sie sich an der Stadt Chur orientieren soll, welche alle Eltern von 4jährigen Kindern mit Migrationshintergrund anschreiben. Die Eltern müssen dann die Sprachfähigkeiten der Kinder beurteilen. Sind diese ungenügend, so sollen die Kinder in der Spielgruppe oder einer Kita gefördert werden. Ein weiteres Thema ist die Erstinformation, dort ist man mit den Gemeinden im Gespräch, wie diese gestaltet werden soll.
Kanton Appenzell InnerrhodenWill bei der Frühförderung ein Konzept ausarbeiten und auch wie man schwer zugängliche Migrantinnen und Migranten erreicht. Sprich Personen, die nicht arbeiten oder keine Schule besuchen, die viel zuhause sind und daher kein Deutsch sprechen. Bis 2016 sollen Massnahmen für beide Projekte stehen.
Kanton Appenzell AusserrhodenSteht mit der Integrationsförderung noch ziemlich am Anfang. Bisher besteht noch kein kantonales Sprachlehrangebot. Bisher wurden Plätze ausserkantonal reserviert oder Schulen finanziell unterstützt, die im kleinsten Rahmen ein Angebot hatten. Es sollen drei Standorte mit Kursangeboten geschaffen werden. Bis nach den Sommerferien 2015 soll diese Massnahme umgesetzt werden. Zudem ist man dabei, ein Konzept für die Erstinformation aufzugleisen.