Jagdsaison: Diskussion um bleihaltige Munition

Wildhüter in den Kantonen St. Gallen und Graubünden dürfen keine bleihaltige Munition mehr verwenden - aus Rücksicht auf die Natur und andere Tiere. Für Jägerinnen und Jäger bestehen vorerst noch keine Vorschriften.

Jäger nimmt Ziel ins Visier.

Bildlegende: Für viele Jäger eine Glaubensfrage: Die Treffsicherheit mit bleifreier Munition. Keystone

Den Ausschlag gab eine Studie der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden: Diese besagt, dass bleihaltige Jagdmunition eine Gefahr für Greifvögel darstelle. Bei drei von 41 Steinadlern konnten sehr hohe Bleiwerte im Blut, in den Nieren oder in der Leber nachgewiesen werden, was auf eine akute Vergiftung schliessen liess. Laut der Studie waren die hohen Werte vermutlich auf die bleihaltige Jagdmunition zurückzuführen.

In der Folge wies der Kanton Graubünden seine Wildhüter an, keine bleihaltige Munition mehr zu verwenden. Diese Regel gilt seit 2014. Für die rund 5300 Jägerinnen und Jäger, die sich derzeit an der Jagd beteiligen, gilt die Vorschrift jedoch nicht.

Bei Jägern ist die Munition ohne Blei umstritten. Noch brauche es weitere Forschungen und Weiterentwicklungen, um auf die heute verbreiteten Patronen zu verzichten. Wer aber bereits mit bleifreier Munition schiesst, macht in der Regel gute Erfahrungen. «Es ist wohl eine Glaubensfrage», sagt zum Beispiel Markus Brülisauer, Chef der Wildhüter im Kanton St. Gallen im «Regionaljournal Ostschweiz».