Kaltes Wetter verhindert Feuerbrand

Erstmals seit dem Jahr 2007 müssen die Thurgauer Obstbauern in diesem Frühling kein Streptomycin gegen Feuerbrand spritzen. Das ungewöhnlich kühle Wetter hat die Ausbreitung der infektiösen Baumkrankheit verhindert. Darüber werden sich auch die Bienenzüchter freuen.

Ein Obstbauer sitzt auf Traktor und spritzt Streptomycin.

Bildlegende: Die Thurgauer Obstbauern spritzen in diesem Frühling kein Streptomycin. Keystone

Im Kanton Thurgau müssen jedes Jahr mehrere Tonnen Honig vernichtet werden. Der Grund: Im Honig sind Rückstände des Antibiotikums Streptomycin festgestellt worden, das jeweils im Frühling im Obstbau gegen den Feuerbrand eingesetzt wurde.

2012 waren 2,8 Tonnen Honig belastet, im Jahr zuvor waren es sogar 7,5 Tonnen Honig mit Rückständen von Streptomycin. Der belastete Honig wurde den Imkern abgekauft und vernichtet.

Keine Tests mit neuem Mittel

2013 ist Streptomycin nochmals zugelassen. Die Hoffnung für die Zukunft ruht aber auf dem Pflanzenschutzmittel LMA, das in Deutschland seit einigen Jahren eingesetzt wird. Im Mai sollte es in einem Grossversuch auch in den Kantonen Thurgau und St. Gallen getestet werden.

Diesen Frühling müssen die Thurgauer Obstbauern aber überhaupt kein Pflanzenschutzmittel spritzen. «Wir haben das Antibiotikum Streptomycin nicht freigeben», sagt Urs Müller vom Thurgauer Pflanzenschutzdienst auf Anfrage. In den Anbaugebieten der Kernobstbäume sei kein Befall festgestellt worden.

Einzig bei den Jungbäumen, die zum Teil noch in der Blüte stehen, könnte es noch Infektionen geben. Aufgrund der Wetterprognosen, die Regen und kalte Temperaturen voraussagen, gehe er aber nicht davon aus.

Müller hofft, den Versuch mit dem Pflanzenschutzmittel LMA im nächsten Jahr durchführen zu können. Aufgrund der Erfahrungen in Deutschland setzen nicht nur die Bienenzüchter grosse Hoffnungen in das LMA. Freigegeben sei das Mittel aber noch nicht.