Kanton St.Gallen mit gutem Rating

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat das Rating «AA+» für den Kanton St.Gallen bestätigt. In der Öffentlichkeit hat der Kanton wegen seiner massiven Sparpakete in den vergangenen Jahren ein schlechtes Image. St. Gallen wird aber von der Agentur mit einem guten Rating eingestuft.

St. Galler Regierungsgebäude

Bildlegende: St. Galler Regierungsgebäude: die Sparmassnahmen des Kantons werden positiv gewürdigt. Keystone

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat das Rating für den Kanton St.Gallen erneuert. Der Kanton werde auch im Jahr 2013 mit dem sehr guten Rating «AA+/A-1+» und dem Ausblick «stabil» eingestuft, wie es in einer Mitteilung des Kantons heisst.

Sparmassnahmen tragen zu positivem Rating bei

Neben der diversifizierten St.Galler Wirtschaft und den vorteilhaften institutionellen Rahmenbedingungen, namentlich der Schuldenbremse, hätten die fortwährenden Bemühungen zur Konsolidierung des Staatshaushalts zum guten Rating beigetragen, schreibt der Kanton. Des Weiteren basiere das Rating auf dem hohen Bestand an liquiden Mitteln und der niedrigen Verschuldung des Kantons.

Kantonalbank als Risiko

Dämpfend auf das Rating wirken dagegen die vorderhand noch negativen Haushaltsergebnisse. Daneben weist die Agentur auf die Möglichkeit einer Belastung durch die Staatsgarantie für die St.Galler Kantonalbank hin. «Die Kantonalbank muss jetzt die nötigen Massnahmen treffen», sagt der Generalsekretär des St. Galler Finanzdepartements, Flavio Büsser, gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF.

In anderen Kantonen kein Thema

Im Gegensatz zum Kanton St. Gallen ist ein Rating von einer amerikanischen Topagentur wie Standard & Poor's in den übrigen Ostschweizer Kantonen kein Thema. Für den Glarner Finanzdirektor Rolf Widmer sprechen drei Gründe dagegen: Erstens die Kosten von rund 30'000 Dollar, zweitens das seit der Finanzkrise angeschlagene Image der Ratingagenturen und drittens der Umstand, dass ein kleiner Kanton seine Finanzen kaum an der Börse beschafft. Was den Vergleich unter den Kantonen betrifft, so genüge das von einer Schweizer Grossbank angebotene Gratis-Rating vollauf, so Widmer.