Kanton St. Gallen will kinderfreundlicher werden

«Frühe Förderung» heisst die Strategie des Kantons St. Gallen. Zusammen mit den Gemeinden und den Fachleuten aus der Praxis will St. Gallen dafür sorgen, dass alle Familien Zugang zu Angeboten der frühen Förderung haben. Mit 30 Massnahmen will die Regierung ihren Kanton kinderfreundlicher machen.

Drei Regierungsräte sitzen an einem Tisch, im Hintergrund eine Powerpoint Präsentation.

Bildlegende: Drei Departemente sind beteiligt: Hanselmann, Klöti und Kölliker v.l. präsentieren die neue Strategie den Medien. Rebecca Dütschler/SRF

Im Kanton St. Gallen soll die Frühförderung besser koordiniert und mit niederschwelligen Angeboten ausgebaut werden. Dabei arbeiten drei Departemente zusammen, die 30 Massnahmen umsetzen wollen. Einbezogen werden auch die Gemeinden. Ein Teil der Finanzierung läuft über den Lotteriefonds.

«Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Rucksäcken in die Schule», erklärte Bildungschef Stefan Kölliker vor den Medien. Die Unterschiede seien teilweise frappant. Eine Angleichung der Startchancen beim Schuleintritt ist deshalb eines der Ziele des neuen Frühförderkonzepts.

Mit der Strategie «Frühe Förderung» will der Kanton St.Gallen zusammen mit den Gemeinden und den Fachleuten aus der Praxis dafür sorgen, dass alle kleinen Kinder und ihre Familien im Kanton Zugang zu Angeboten der frühen Förderung haben.

Damit dies möglich ist, braucht es Information, Koordination und ein Grundangebot, das allen kleinen Kindern und ihren Familien vor Ort in ihrer Wohngemeinde zur Verfügung steht.

Mit 30 Massnahmen zu einem familienfreundlicheren Kanton

Die Strategie «Frühe Förderung» umfasst rund 30 verschiedene kantonale Massnahmen, die von den drei zuständigen Departementen in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden sollen. Besonderes Gewicht erhalten die Massnahmen «Förderung der Familienzentren», «Ausbau der Elternbildung», «Vernetzung der Grundangebote», «Stärkung der Gesundheitsförderung und Kleinkindberatungsangebote» sowie «Rahmenbedingungen für Spielgruppen».

Mehr Mittel für den Aufbau

Bisher hatte der Kanton für die Unterstützung von Eltern mit kleinen Kindern jährlich 1,1 Mio. Franken ausgegeben. In den nächsten fünf Jahren sollen es für den Ausbau des Angebots jährlich zwei Millionen mehr sein. Das Geld wird aus dem Lotteriefonds entnommen.

Der Fonds sei auch für Soziales vorgesehen, es gebe deswegen keine Abstriche bei der Kulturförderung, versicherte Regierungsrat Martin Klöti. Dem Projektkredit muss der Kantonsrat im November noch zustimmen.

25'000 Kinder unter 4 Jahren leben im Kanton St. Gallen. Sie sind die Zielgruppe der neusten St. Galler Strategie «Frühe Förderung».