Kantonales Asylwesen: «Wir haben die Situation im Griff»

Kaum einer kennt das kantonale Asylwesen so gut wie René Hungerbühler. Vor 33 Jahren begann er seine Arbeit als Asylkoordinator im Kanton St. Gallen. Früher, so sagt er, sei alles viel unkomplizierter abgelaufen.

René Hungerbühler hat während seiner Zeit beim St. Galler Migrationsamt schon einige Extremsituationen erlebt. Besonders hervor hebt er die 90er Jahre. Während des Jugoslawienkriegs stellten zum Teil über 40'000 Flüchtlinge ein Asylgesuch in der Schweiz. Damals, so erinnert er sich, hätte es im Kanton St. Gallen etwa 15 Asylzentren gegeben. Und: Es seien weniger Verfahren nötig gewesen, alles sei unkomplizierter abgelaufen

Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es knapp 24'000 Flüchtlinge, die ein Asylgesuch gestellt haben. Also um einige weniger als in den 90er Jahren. Dennoch ist die nationale und internationle Flüchtlingspolitik ein brennendes Thema. Nicht nur in der Politik, auch in der Bevölkerung, wo teilweise agressiv gegen geplante Asylzentren gekämpft wird. Für René Hungerbühler ist klar: «Flüchtlingsströme sind nicht planbar. Was ich aber heute sagen kann: Wir haben die Situation im Griff».