Katholiken äussern sich zu Liebes- und Familienfragen

Der Papst will wissen, wie die Gläubigen zum Liebes- und Familienleben stehen. In der Schweiz wurde hierfür ein Online-Fragebogen aufgeschaltet, ausgewertet wird er vom Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen. Gerechnet wurde mit 5000 Teilnehmern. Nun sind es bereits doppelt so viele.

Zwei Frauen vor dem Traualtar halten sich die Hände

Bildlegende: Sollen Homosexuelle heiraten dürfen? Der Papst lässt das Liebesleben erforschen. Keystone

«Halten Sie eine kirchliche Hochzeit für wichtig?», «Wie stehen Sie zu einer gleichgeschlechtlichen Ehe?» und «Benützen Sie künstliche Verhütungsmittel?» – Solche und ähnliche Fragen treiben nicht nur katholische Gläubige um, sondern auch den Papst. Der möchte wissen, wie Gläubige in der ganzen Welt über ihr Liebes- und Familienleben denken. Deshalb versendete er einen Fragekatalog mit 39 Fragen an 4700 Bischöfe in der ganzen Welt – auch in die Schweiz. Die Antworten werden im Herbst 2015 an einer Synode in Rom diskutiert.

In der Schweiz beantworten die Bischöfe diese Fragen nicht alleine, sie nehmen die Ansichten der Basis zur Hilfe. Die 39 Fragen aus dem Vatikan können in angepasster Form in einem Online-Fragebogen beantwortet werden – von gläubigen Katholiken und jedem, der sich interessiert. Ausgewertet werden diese Fragebögen vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen. Dort hat man zur Zeit alle Hände voll zu tun. Denn: Gerechnet hat man mit 5000 Teilnehmern, bis jetzt haben den Fragebogen bereits doppelt so viele ausgefüllt.

Die Auswertungen dürften deshalb noch einen ganze Weile dauern. Eine so gross angelegte Umfrage findet zum ersten Mal statt, auf Erfahrungswerte kann man nicht zurückgreifen. So müssen sich denn auch die Bischöfe noch etwas gedulden, bis sie ihr Grundlagenmaterial erhalten und ihre Fragen für Rom beantworten können. Bis zum 31. Dezember kann der Fragebogen noch ausgefüllt werden.