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Ostschweiz Kein neuer Platz für Fahrende in Thal

Die Gemeinde Thal lehnt eine Umzonung im Gebiet «Fuchsloch» knapp ab. Diese war geplant, um einen neuen Durchgangsplatz für Fahrende zu erstellen. Der Kanton muss also weitersuchen.

Durchgangsplatz Kaiseraugst
Legende: So kann ein Durchgangsplatz aussehen. Hier ein Bild aus Kaiseraugst. Keystone

Der Kanton ist gesetzlich verpflichtet, Stellplätze für die Fahrenden bereitzustellen. Im Kanton St. Gallen gibt es bereits Standplätze, an denen die Fahrenden über eine längere Zeit bleiben. Durchgangsplätze gibt es bislang aber noch keine.

Die Bevölkerung von Thal lehnte die entsprechende Umzonung mit 1183 zu 1056 Stimmen knapp ab. Zur Abstimmung kam es, weil Gegner das Referendum ergriffen hatten. Die Stimmbeteiligung lag bei 55,5 Prozent. Geplant waren einfache Gebäude mit Toiletten und Duschen sowie eine Entsorgungsstelle.

Die Gegner des Durchgangsplatzes für 15 Wohnwagen argumentierten vielfältig. Für die einen sollte der Platz, auf dem das Militär jahrelang Material gelagert hatte, wieder für die Landwirtschaft genutzt werden. Andere begrüssten zwar Schweizer Fahrende, befürchteten jedoch, dass der Platz von Fahrenden aus dem Ausland besetzt würde, welche für Unruhe sorgten.

«Offenbar konnten wir das Unbehagen in der Bevölkerung nicht ausräumen», sagte Gemeindepräsident Robert Raths gegenüber Radio SRF1. Für ihn führten verschiedenste Gründe zu dem Nein.

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17.30 Uhr

1 Kommentar

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  • Kommentar von Venanz Nobel, Basel
    Ich danke den 1056 Thaler positiven Stimmbürgern. Was lernen wir für Abstimmungen an andern Orten? War es richtig, dass sich die Jenischen aus dem Abstimmungskampf herausgehalten haben? Hätte vielleicht ein öffentliches Hearing, an dem sich die Nutzer eines Platzes der Bevölkerung vorstellen können, fehlende Stimmen in die Urne gebracht? Für vorurteilsbeladene Abstimmungen müssen Stimmbürger Möglichkeiten haben, ihre vorgefassten Gefühle mit der Wirklichkeit zu vergleichen.
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