Keine Babyklappe im Kanton St. Gallen

Die St. Galler Regierung steht einer Babyklappe kritisch gegenüber. Die staatliche Einrichtung einer solchen Klappe sei heikel. Im Kanton Graubünden will mehr als die Hälfte der Parlamentarier vertrauliche Geburten ermöglichen.

Babyfenster Einsiedeln

Bildlegende: Im Gegensatz zu Einsiedeln kennt der Kanton St. Gallen kein Babyfenster. Keystone

Ein Kantonsrat wies die Regierung in einem Vorstoss darauf hin, dass es im Kanton St. Gallen kein sogenanntes Babyfenster oder eine Babyklappe gebe. Aus Sicht des Interpellanten soll ein Babyfenster verhindern, dass Neugeborene irgendwo ausgesetzt oder sogar getötet werden.

Die Regierung sei sich bewusst, dass Eltern oder alleinstehende Frauen durch eine Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes in eine Notsituation kommen können. Ein Babyfenster könne helfen, ein Kind anonym in sichere Hände zu übergeben.

Aus juristischer Sicht ist die staatliche Eindrichtung eines Babyfensters heikel, hält die Regierung in ihrer Antwort fest. Bedenken äusserte kürzlich auch der Zürcher Regierungsrat. Auch die St. Galler Regierung stehe der staatlichen Einrichtung eines Babyfensters eher kritisch gegenüber.

Vertrauliche Geburten bessere Lösung

In Davos gibt es seit einem Jahr eine Babyklappe. Diese wurde aber noch nie benutzt. Ein Nachteil sei einerseits der dezentrale Ort dieser Klappe, sagt Grossrätin Cornelia Märchy Caduff gegenüber der Sendung «Regionaljournal Graubünden», andererseits erhielten die Frauen dadurch vor und während der Geburt keine Unterstützung. Die vertrauliche Geburt sei eine bessere Lösung.

Dabei werden die Daten der Mutter aufgenommen, aber geschützt. So kann das Kind später seine Herkunft in Erfahrung bringen, was laut Bundesverfassung gewährt sein muss.