Psychiatrische Klinik Herisau Keine Hinweise auf weitere Medikamenten-Tests

Im Archiv der Psychiatrischen Klinik in Münsterlingen sind im letzten Sommer Dokumente aufgetaucht, die Medikamenten-Tests in der Psychiatrischen Klinik in Herisau belegen. Der Kanton Appenzell Ausserhoden wurde aktiv und durchsuchte die eigenen Archive nach weiteren Fällen. Bis heute ohne Erfolg.

Die psychiatrische Klinik in Herisau in einer historischen Aufnahme

Bildlegende: Die damaligen Heil- und Pflegeanstalt in Herisau (AR). SRF

Was bisher geschah? 1957 haben Ärzte in der Psychiatrischen Klinik in Herisau das Medikament G22355 - ein Antidepressivum - getestet. Während der Testphase kollabierten mehrere Patienten. Jemand starb an Herzversagen. Das Medikament kam später auf den Markt unter dem Namen «Tofranil». Noch ist nicht klar, ob die Patienten von den Versuchen gewusst haben. Was die Behörden von den Tests gewusst haben, ist ebenfalls unklar. Die SP forderte deshalb im letzten Sommer, dass der Kanton die Archive durchsuchen soll.

Was hat die Untersuchung ergeben? Weder im Kanton Thurgau noch im Kanton Appenzell Ausserrhoden sind weitere Dokumente aufgetaucht, die auf weitere Fälle hinweisen, schreibt der Kanton auf Anfrage des Regionaljournals Ostschweiz. Allerdings wurden die Dokumente von Staatsangestellten - Staatsarchivar und Ärzte der Psychiatrischen Klinik - gesichtet.

Wie geht es weiter? Für den Ausserrhoder SP-Kantonsrat Jens Weber ist klar, dass es einen unabhängigen Blick auf die Archive braucht. Jedoch sei das Gesundheitsdepartement zur Zeit durch die Turbulenzen rund um den Ausserrhoder Spitalverbund stark eingebunden. Deshalb werde die SP dieses Jahr keinen Vorstoss bezüglich der Aufarbeitung der Medikamententests machen. Man werde das Thema aber nicht vergessen.