Kelag-Gruppe: Unternehmen gerettet, trotzdem gibt es Entlassungen

Die Kelag-Gruppe ist seit Ende Oktober 2014 in provisorischer Nachlassstundung. Grund dafür ist die schlechte Finanzlage – trotz gefüllten Auftragsbüchern. Nun ist das Unternehmen gerettet. Privatinvestoren wollen die Gruppe übernehmen. Der Standort Trübbach wird aber geschlossen.

Kelag-Gruppe

Bildlegende: Das Rheintaler Unternehmen Kelag ist gerettet. Allerdings wird nur die Firma in Sennwald weitergeführt. ZVG

130 Mitarbeiter beschäftigt die Kelag-Gruppe an den Standorten in Sennwald und Trübbach. Nun werden 44 Angestellte entlassen, der Standort Trübbach wird geschlossen.

«Für die Angestellten gibt es keinen Sozialplan», sagt Mediensprecher Martin Fricker, dafür habe man kein Geld, man sei in Nachlassstundung.

Finanznot wegen Auslandengagement und starkem Euro

Die Kelag-Gruppe wurde vor 40 Jahren vom ehemaligen CVP-Kantonsrat Helmut Kendlbacher gegründet, heute wird es von seinen Söhnen geleitet. Das Unternehmen ist im Bereich Rohrleitungssysteme, Anlagetechnik und Apparatebau tätig. Seit geraumer Zeit ist die Kelag-Gruppe in Finanznot. «Aufgrund von missglückten Auslandengagements in Deutschland und Grossbritannien, dem Eurozerfall sowie betriebswirtschaftlich notwendigen Wertberichtigungen ist die Kelag-Gruppe in grosse Liquiditätsprobleme geraten», so Mediensprecher Fricker. Deshalb bewilligte das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland Ende Oktober eine provisorische Nachlassstundung.

Private Investoren übernehmen

Nun hat die Kelag-Gruppe eine Lösung gefunden. Eine Gruppe von industriellen Schweizer Privatinvestoren – dazu gehören Hans Gattlen, Dieter Widmer, René J. Bär und Harry Houthuijse – wird Teile des Unternehmens übernehmen.

Die neu gegründete Auffanggesellschaft Kelag Systems AG wird ihre Aktivitäten primär auf die Bereiche Anlagen- und Blockbau, Rohrleitungsbau und Umwelttechnik in Sennwald fokussieren. Die Gebrüder Kendlbacher verbleiben in der Geschäftsleitung des neuen Unternehmens. Über den Preis des Teilverkaufs wurde Stillschweigen vereinbart.