Zum Inhalt springen
Inhalt

Ostschweiz KESB Linth verteidigt Schiffstherapie als «sehr grosse Ausnahme»

Weil ein schwer erziehbarer 14-Jähriger zur Therapie auf ein Segelschiff geschickt wurde, muss die Wohngemeinde nun für die Kosten von rund 156'000 Franken aufkommen. Diese Massnahme sorgt landesweit für Gesprächsstoff.

Das Jugendschiff Salomon
Legende: Das Jugendschiff Salomon auf grosser Fahrt. Stiftung Jugendschiff

Weil diverse Therapieangebote nicht fruchteten, sah die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Linth (KESB Linth) nur noch eine Möglichkeit: Sie ordnete einen 40-wöchigen Aufenthalt auf dem Therapieschiff «Salomon» an, welches mit Problemjugendlichen auf dem Atlantik kreuzt. Dies sei eine «sehr, sehr grosse Ausnahme», erklärte der Präsident der KESB Linth, Walter Grob, gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz von SRF 1.

Massnahme gegen Verweigerungshaltung

Der 14-Jährige habe bei früheren Therapien eine Verweigerungshaltung eingenommen und sei darin von seiner Mutter unterstützt worden. Es sei deshalb wichtig gewesen, den Jugendlichen aus seinem Umfeld herauszunehmen. Dafür biete das «Jugendschiff Salomon» die besten Voraussetzungen. Grob betont, dass es sich bei diesem Aufenthalt um eine strenge Therapie handle, die den Jugendlichen einiges abverlange. So sollen auf dem Schiff Disziplin und eine Tagesstruktur vermittelt werden.

Kosten belasten Gemeindebudget

Da die erziehungsberechtigte Mutter des Jungen nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, muss die Gemeinde Schmerikon als Wohngemeinde die Kosten von rund 156'000 Franken übernehmen. Dieser Betrag mache rund 2 Steuerprozente aus, erklärte Gemeindepräsident Félix Brunschwiler auf Anfrage. Trotzdem unterstütze die Gemeinde die Massnahme.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marc Joye, Urdorf
    Herr Müller, ich war dort und habe es gesehen. Es waren keine Ferien, es ist eine seriöse Institution mit vieler Disziplin, Tagesstruktur, Lerneffekt, Respekt und Würde, Sie haben aber in einem Punkt recht: das Kind kann sich dort erholen und ein Time-Out haben mit einem negativen Umfeld, das ihn als 14-jährige überfordert und für welches er nicht verantwortlich ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @M. Joye. Sicher haben Sie Recht mit Würde, Tagesstrukturen, usw; auch damit, dass ein Kind seine Umgebung nicht aussuchen kann. Trotzdem ist diese Time-Out sehr teuer, ein normaler Arbeitnehmer könnte sich das niemals leisten. Die Frage bleibt deshalb, ob Erziehungsberechtigte in solchen Situationen stärker zur Verantwortung gezogen werden könnten oder müssten. In diesem Falle beispielsweise mit Zahlungen, selbst wenn nicht die ganze Summe aufgebracht werden kann.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Joye, Urdorf
    Die Kosten von etwa CHF 10,000 pro Monat sind sicherlich hoch, aber im Vergleich zu ähnlichen Therapien oder geschlossene Anstalte noch vertretbar. Was hat das Kind in den letzten 7 Jahren gekostet? Ich war mal auf diesem Schiff und habe gesehen, wie professionnell gearbeitet wird, wie die Kinder manchmal zum ersten Mal mit Disziplin, aber Respekt und Würde behandelt werden. Es ist eine notwendige Institution. Keine Ferien, obwohl das Schiff sehr schön aussieht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von D. Simone, Zürich
    Die Medien verwenden den überbegrif Carlos um eine gute Schlagzeile zu haben, habt Ihr euch schon mal Gedanken gemacht wenn euch das Recht entzogen wird über das Wohl und das Leben des eigenen Kind zu Entscheiden/handeln Denke eher Nein. Die KESB möchte keine Negativ Presse also spricht man alles schön oder weist die Vorwürfe von sich! Liebe Schweizer und Schweizerinnen handelt nicht anhand ein paar Zeitung Berichten! Diesem Jungen geht es Schlecht auf dem Schiff der gehört zurück in die Schweiz
    Ablehnen den Kommentar ablehnen