Klanghaus bleibt stumm: Wer ist schuld?

Eine Woche nach dem Nein des St. Galler Kantonsrates zum Klanghaus, gehen die Wogen noch immer hoch. Kritisiert werden die abwesenden Kantonsräte. Denn eine Analyse der Zürichsee-Zeitung zeigt: Wären alle Kantonsräte anwesend gewesen, wäre die Vorlage wahrscheinlich angenommen worden.

Leere Plätze im St. Galler Kantonsrat

Bildlegende: Leere Plätze im St. Galler Kantonsrat: Tragen die abwesenden Parlamentarier die Schuld am Scheitern des Klanghauses? Keystone

Die Leserbriefe in den Zeitungen der Region zeigen es deutlich, das Nein zum Klanghaus beschäftigt auch eine Woche nach dem Entschluss des Kantonsrats. Und die abwesenden Politiker müssen sich die Frage gefallen lassen, was denn

wichtiger gewesen ist. Vor allem diejenigen, die für die Vorlage eingetreten sind. Auf Nachfrage haben alle eine Erklärung für ihre Abwesenheit. In einem Milizparlament sei das verständlich, denn ein Parlamentarier mit durchschnittlicher Kommissionstätigkeit verdiene im Kanton St. Gallen durchschnittlich gut 7000 Franken im Jahr. Die Parlamentarier seien auch nicht verpflichtet anwesend zu sein, wie der Leiter des Ratsdienstes, Lukas Schmucki, sagt.

Vorlage braucht qualifiziertes Mehr

Weil die Vorlage das qualifizierte Mehr und nicht das relative braucht, wäre es wichtig gewesen, dass gerade die Befürworter vollzählig anwesend gewesen wären. Bei Vorlagen mit grosser finanzieller Tragweite braucht es das qualifizierte Mehr, das heisst mehr als die Hälft aller 120 Kantonsräte. Und nicht das relative, wo breits das Mehr aller anwesenden Kantonsräte reicht.