Kobelwald führt vergessenen Kirchenbrauch wieder ein

Das «Heiliggrab» soll in Kobelwald wieder fester Bestandteil des Gottesdienstes werden. So war es bis in die 1950er-Jahre üblich. Der ordentliche Altar wird nun während der Feiertage durch das künstlerisch dargestellte Grab von Jesus ersetzt.

Die leere Grabkammer

Bildlegende: Die leere Grabkammer symbolisiert die Auferstehung Jesu. ZVG

Das barocke «Heiliggrab» von Kobelwald wurde 1951 das letzte Mal aufgestellt. Die letzte Liturgie-Reform schaffte diese Tradition jedoch ab. Daraufhin wurden viele der Exemplare verbrannt oder zerstört. Der Brauch des Heiliggrabes ging vielerorts vergessen. So auch in Kobelwald, wo der damalige Messmer das «Heiliggrab» auf dem Dachboden der Kirche unterbrachte.

Vom Dachboden in die Kirche

Entdeckt wurde das kulissenartige und kunstvoll bemalte Jesusgrab erst im Jahre 1995, woraufhin es in Zusammenarbeit mit dem Museum Oberriet ausgestellt wurde und viele Besucher anlockte. 2012 beschloss die Pfarrei Kobelwald, das «Heiliggrab» wieder so einzusetzen, wie es vor der Reform üblich war. Das Grab wird seit jeher von Gründonnerstag bis Ostermontag aufgestellt und symbolisiert die Ostergeschichte.

Dieses Ritual sei sehr emotional und bereichere den Gottesdient, so Ruedi Loher vom Museum Oberriet gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1. In der Region beziehen neben Kobelwald auch die Kirchgemeinden Oberriet und Appenzell das «Heiliggrab» in die Messe mit ein.