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Konkurrenz für SBB Verhärtete Fronten im Fernbus-Streit

Als erstes privates Transportunternehmen in der Schweiz will Domo Reisen mehrere Fernbuslinien betreiben. Doch lokale Behörden blocken ab.

Legende: Video Verhärtete Fronten im Fernbus-Streit abspielen. Laufzeit 3:22 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.12.2017.

Noch gibt der Bund kein grünes Licht für das erste private Transportunternehmen der Schweiz, das die Städte mit Fernbussen verbinden will. Das Ziel der Firma Domo Reisen aus dem Kanton Zürich war, den Betrieb am bevorstehenden Fahrplanwechsel aufzunehmen. Das Konzessionsgesuch liegt zur Prüfung beim Bundesamt für Verkehr. Es umfasst drei Strecken:

  • St.Gallen - Zürich - Genf
  • Zürich - Basel - Lugano
  • Chur - Zürich - Sitten

Unter anderem muss die Firma Domo Reisen nachweisen, wo sie mit ihren Reisecars stoppen will. Es geht schweizweit um 42 Haltestellen, wie Patrick Angehrn von Domo Reisen gegenüber SRF erklärt.

Grafik mit geplantem Streckennetz der Firma Domo-Reisen
Legende: Domo-Reisen will die Schweizer Zentren miteinander verbinden. SRF

Die Suche nach Haltemöglichkeiten auf öffentlichem Grund erwies sich allerdings schwieriger als angenommen. Die Behörden reagierten zum Teil mit Skepsis auf die Anfragen. Im st.gallischen Wil etwa sagt der zuständige Stadtrat Daniel Stutz (Grüne), es seien noch zu viele Fragen nicht geklärt. «Bisher ist nicht bekannt, welche Auflagen damit verbunden sind.» Konkret sei zum Beispiel nicht kommuniziert, ob ein Warteraum zur Verfügung stehen müsse und wer für allfällige Baukosten aufkäme. Verhandlungen würden erst geführt, wenn die Konzession des Bundes vorliege.

Alternativen auf privaten Plätzen

Wenig Verständnis für diese Haltung hat Kantonsrat Erwin Böhi (SVP). Seine Haltung: Die Stadt Wil solle der Firma Domo Reisen einen attraktiven Platz im Zentrum zur Verfügung stellen. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs sei für Wil eine Chance, zumal nicht mehr jeder Schnellzug der SBB in Wil Halt mache.

Definitiver Entscheid bis im Frühling

Das Bundesamt für Verkehr BAV prüft in den kommenden Wochen die Konzessionsunterlagen des Busunternehmens. Laut Mitteilung wird das BAV voraussichtlich im ersten Quartal 2018 über das Gesuch entscheiden.

Wil ist kein Einzelfall

Die Stadt Wil ist mit ihrer Zurückhaltung gegenüber Domo-Reisen kein Einzelfall. In der Ostschweiz lehnten auch die Behörden in Sargans eine Haltestelle auf öffentlichem Grund ab. In den beiden Städten plant Domo seine Stopps nun auf privaten Plätzen, etwa bei Einkaufszentren oder Hotels.

SRF 1, «Schweiz aktuell», 19 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von S. Petrovic (S.Petrovic)
    Übersetzung:Die Behörden zwingen das Volk mit dem teuersten Bahn der Welt zu reisen und damit mit dem Diktat verhindern gesunde Konkurrenz - wie im kommunistischen Ländern.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ S. Petrovic: Das ist keine Konkurrenz, sondern Rosinenpickerei und ein ökologischer Blödsinn, wenn zusätzlich zur Bahn jetzt auch noch Busse die Paaradestrecken abfahren und die Strassen noch mehr verstopfen. Wir haben nicht mehr so viel Platz, wie in Serbien und müssen uns überlegen, ob wir unsere letzten Plätze auch noch mit Billigbussen vollmüllen wollen, nur um “Geiz ist geil“ zu zelebrieren.
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