Konzept für guten Umgang mit den Rothirschen

Was im Wallis der Wolf, im Kanton Graubünden der Bär und im Mittelland das Wildschwein ist, ist in der Ostschweiz der Rothirsch. Im St. Galler Rheintal hat sich der Bestand des Rotwildes in den letzten Jahren dramatisch vermehrt. Die Schäden in der Landwirtschaft sind gross. Der Kanton hat reagiert.

Grosse Rudel von Rothirschen sorgen bei Bauern und Förstern im St. Galler Rheintal für rote Köpfe.

Bildlegende: Grosse Rudel von Rothirschen sorgen bei Bauern und Förstern im St. Galler Rheintal für rote Köpfe. Keystone

Die Schäden in Land-und Forstwirschaft sind gross. Bauern und Forstwirte beklagen sich. Rothirsche werden für zerstörte Obstplantagen und Baumschäden verantwortlich gemacht. Die Wildtiere rücken immer mehr auch in den Fokus der Bevölkerung. Seit wenigen Jahren können in der Rheinebene Rothirsch-Rudel im Winter sogar tagsüber beobachtet werden. Nun ist der Kanton St. Gallen gefordert. Mit einem neuen Konzept wolle man dem Problem Herr werden erklärt der Leiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei, Dominik Thiel: «Wir wollen zeigen, dass der Kanton das Problem ernst nimmt und verschiedene Massnahmen ergreifen, um den Bestand zu reduzieren.»

Rothirsch-Konzept

Die Tiere sollen mit einem GPS-Sender bestückt werden, um genaue Daten über das Wanderverhalten der Rothirsche zu erhalten. Ausserdem wird untersucht, wo sie fressen und wo sie Schäden verursachen. Die Resultate sollen dann auch in die Jagdplanung miteinfliessen. Und damit kommt der Kanton der zentralen Forderung der Landwirte nach. Diese wollen, dass die Jäger massiv mehr Rothirsche schiessen dürfen. Die genauen Abschusszahlen werden in den nächsten Jahren ermittelt. Als Grundlage soleln die Ergebnisse des kantonalen Rothirsch-Projektes dienen.