Kopftuch-Debatte: Bistum St. Gallen kritisiert CVP

Die CVP Schweiz stellt sich hinter das Kopftuch-Verbot an Schulen - ein solches Verbot fordern Rechtsbürgerliche schon länger. Die CVP begründet ihren Schritt auch in Hinblick auf die christlichen Werte, die hierzulande gelten sollen. Das Argument ist unzulässig, sagt das Bistum St. Gallen dazu.

Franz Kneissl

Bildlegende: Für das Bistum St. Gallen ist ein Kopftuch in der Schule mit christlichen Werten vereinbar. SRF

Die CVP Schweiz will ein Kopftuch-Verbot an Schulen - moslemische Schülerinnen sollen dieses im Unterricht nicht tragen dürfen. Nun sind die Kantonalparteien aufgefordert, sich für ein solches Verbot einzusetzen.

Christliche Werte instrumentalisiert

Die CVP begründet ihre Forderung unter anderem mit Blick auf die christlichen Werte, mit denen das Kopftuchtragen in der Schule nicht zu vereinen sei. Gegen eine solche Argumentation stellt sich die Kirche.

«Glaubensfreiheit ist in der katholischen Kirche ein hoher Wert», sagt Franz Kreissl, Mitglied der Leitung des Bistums St. Gallen, gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1.

«Es besteht die Gefahr, dass die christlichen Werte jetzt in der politischen Diskussion instrumentalisiert werden», sagt Kreissl weiter.

Teil der christlichen Wurzeln sei die Forderung und die Überzeugung, dass jeder Mensch seinen Glauben leben könne. Das Kopftuch-Verbot an den Schule sei weder notwendig noch bringe es etwas.