Kritik an Gossauer Winterdienst

Gossau will seinen Winterdienst stark reduzieren - aus Spargründen. Statt morgens in der Früh sollen die Schneeräumer erst in der regulären Arbeitszeit nach 7 Uhr zum Einsatz kommen. Wer früher unterwegs ist, hat das Nachsehen. Experten und der TCS äussern sich kritisch.

Ein Pfadschlitten am Salzen.

Bildlegende: Der Schnee wird in Gossau am frühen Morgen nicht mehr geräumt. Keystone

Die Stadt Gossau muss sparen. Eine Massnahme, die das Stadtparlament kürzlich beschlossen hat, ist der reduzierte Winterdienst. Laut Berechnung soll sie Minderausgaben von rund 150'000 Franken zur Folge haben. Dies, weil den Einsatzkräften keine teueren Nachtzulagen mehr bezahlt werden.

Kritiker wie beispielsweise der Churer Stadtingenieur, der selbst einen effizienteren Winterdienst in seiner Stadt umgesetzt hat, bezweifeln den Sinn dieser Massnahme. Weil die Schneeräumer erst in der Hauptverkehrszeit zum Einsatz kommen, hätten diese mit verschiedenen Hindernissen wie dem starken Verkehrsaufkommen und festgefahrenem Schnee zu kämpfen. Deshalb würde das Personal länger im Einsatz stehen, was statt Einsparungen zusätzliche Kosten bringe, so Dürst.

Rechtlichtliche Schritte bei Unfällen?

Auch beim TCS St. Gallen - Appenzell Innerrhoden stösst die Sparmassnahme auf Ablehnung. Sektionspräsident Luigi Rossi sieht nicht nur auf die Automobilisten Probleme zu kommen. Sondern auch auf Radfahrer und Fussgänger. Auf den ungeräumten Strassen bestehe erhöhte Unfallgefahr. Jurist Rossi schliesst in solchen Fällen rechtliche Schritte gegen die Stadtbehörden nicht aus. Die Stadt als Eigentümerin der Strassen sei zu einem gewissen Unterhalt verpflichtet, so Rossi.