Kunstfehler am St. Galler Kantonsspital - eher eine Seltenheit

Am Kantonsspital St. Gallen kommt es jährlich zu fünf bis acht Kunstfehlern - Behandlungsfehler, die negative Folgen für die Patienten haben. Ihre Bandbreite reicht von Bagatellen bis zu Schäden, die in die Millionen gehen.

Norbert Rose

Bildlegende: Norbert Rose ist Leiter des Qualitäts- und Riskmanagement am Kantonsspital St. Gallen. SRF

Kunstfehler von Ärzten an Spitälern sind keine Seltenheit. Die schweizerische Patientenschutzorganisation SPO beschäftigt sich jedes Jahr mit rund 350 möglichen Behandlungsfehlern. Die FMH, der Dachverband der Schweizer Ärzte, liess im vergangenen Jahr 30 Gutachten zu schweren Kunstfehlern erstellen.

Kunstfehler von Komplikationen unterscheiden

«Am Kantonsspital St. Gallen geschehen zwischen fünf und acht Behandlungsfehler pro Jahr», sagt Norbert Rose, Leiter des Qualitäts- und Risk-Managements am Kantonsspital St. Gallen. Wesentlich höher ist die Zahl der Anfragen, bei denen Patienten einen Kunstfehler vermuten. Sie liegt bei 70. Oft sei es schwierig, die tatsächlichen Behandlungsfehler von Komplikationen zu unterscheiden, die es im Verlauf einer medizinischen Behandlung geben könne. In vielen Fällen könnten die Patienten im Gespräch darüber aufgeklärt werden, nur in zwei Prozent davon käme es zu Gerichtsverhandlungen, sagt Rose.

Die tatsächlichen Kunstfehler können das Spital aber teuer zu stehen kommen. «Im schlimmsten Fall haben die Behandlungsfehler Kostenfolgen in Millionenhöhe, beispielsweise dann, wenn der Fehler einen Berufsausfall zur Folge hat und eine Umschulung nach sich zieht», sagt Norbert Rose. Für diesen Fall hat das Kantonsspital eine Versicherung abgeschlossen, die dafür aufkommt.