Lage im Asylwesen bleibt angespannt

An der Ostschweizer Grenze kommen seit ein paar Wochen weniger Flüchtlinge an. Anfang November waren es über 600, im Dezember sind es rund 140 in der Woche. Kantone und Gemeinden müssen dennoch weitere Plätze schaffen.

Ein Flüchtling trägt seine Koffer die Treppe hoch.

Bildlegende: Nach wie vor weist der Bund den Kantonen viele Asylsuchende zu. Keystone

Kanton St. Gallen

Rund 4'500 Flüchtlinge reisten in den Monaten September, Oktober und November in den Kanton St. Gallen ein. Für Dezember rechnet die Kantonspolizei nochmals mit 800 bis 1'200 neuen Flüchtlingen. Wie viele von den 4'500 Asylsuchenden in St. Gallen bleiben werden, bleibt offen. Zurzeit werden in den Gemeinden rund 4'000 Asylbewerber betreut und 1'100 in den kantonalen Anlagen untergebracht. Die Gemeinden rechnen in den ersten Monaten 2016 damit, dass sie für ein paar hundert Asylsuchende weitere Plätze bereitstellen müssen.

Kanton Graubünden

Bis Ende Oktober wurden 814 Asylsuchende neu zugewiesen. Auch im November lag die Anzahl Asylsuchende fünfmal höher als noch vor einem Jahr. Derzeit werden neben den ordentlichen Erstaufnahme- und Transitzentren in Cazis, Chur, Davos, Laax und Schluein unterirdische Zivilschutzanlagen in Chur und in Domat/Ems als Notunterkünfte betrieben. Zudem wurden in Trimmis und Disentis/Mustér weitere Unterkünfte bereit gestellt, wie auch in Andeer und Val Müstair.

Kanton Thurgau

Im Kanton Thurgau gibt es sechs Durchgangsheime. Die 300 Plätze seien belegt. Ende des dritten Quartals waren 814 Asylbewerber im Kanton Thurgau, davon 261 beim Kanton und 553 in den Gemeinden. Der Kanton will die Asylplätze ausbauen. 90 kantonale Plätze sollen dazukommen. Bis Ende Jahr 30, für weitere 60 Plätze laufen Verhandlungen.