Währschaftes Essen aus der Glarner Küche

Neigt sich die Landsgemeinde dem Ende zu, zieht es die Glarnerinnen und Glarner in die nahe gelegenen Gasthäuser. Bereits am Samstag begannen die Vorbereitungen für das traditionelle Landsgemeinde-Essen.

Mit gekonnten, schnellen auf und ab Bewegungen zieht Ruth Bader das Küchenmesser über das Schneidebrett. Innert kürzester Zeit ist die geschälte Zwiebel in kleine Streifen geschnitten. Rund 15 Kilo wird sie für das bevorstehende Landsgemeinde-Essen verarbeiten. «Zu einem richtigen Landsgemeinde-Menü gehört die weisse Zwiebelsauce», erklärt die Wirtin des «Glarner Stübli». Mit viel Butter lässt sie die Zwiebeln in einer Pfanne kurz glasig werden, bevor sie diese mit ordentlich Weisswein ablöscht und mit Rahm verfeinert. Dazu werden die traditionellen Kalberwürste mit Kartoffelstock und Zwetgschen serviert. «Letztes Jahr gingen 200 Würste raus», erzählt Bader.

Hilfe von Ausserhalb

Mit dabei in der kleinen Küche des «Glarner Stüblis» steht Gabi Weideli und verarbeitet kiloweise Kartoffeln zu Stock und Salat. Ihrerseits selbst Gastronomin in Bazenheid, kommt sie bereits zum dritten Mal, um während der Glarner Landsgemeinde Ruth Bader bei den Vorbereitungen zu helfen. «Alleine wäre der Ansturm nicht zu bewältigen», erzählt Bader. Darum stockt sie das Personal für dieses Wochenende jeweils auf.

Während sie die Bewirtschaftung des «Glarner Stüblis» normalerweise zu dritt bestreiten, sind an diesem Wochenende zehn Leute im Einsatz. Serviert wird am Landsgemeinde-Sonntag traditionelle, währschafte Glarner Kost. Nebst der Kalberwurst gibt es Schweden- und Netzbraten sowie Saft-Schinken. Dabei bewirtet Bader immer wieder bekannte Gesichter: «Im Stübli ist ein Tisch jeweils für die Stammgäste reserviert.»

Im Glarner Stübli tafelten auch schon hohe Gäste aus der Politik. «Vor zwei Jahren war der EU-Botschafter bei uns zu Gast», erzählt Bader mit einem kurzen Anflug von Stolz in der Stimme und wendet sich wieder den Vorbereitungen zu.