Links-grün in der Defensive

Der Wahlkampf im Kanton St. Gallen konzentriert sich mehrheitlich auf die Regierungsratswahlen. Weil in der Öffentlichkeit das Trio Damann/Huser/Mächler im Vordergrund steht, sind dies auch die bürgerlichen Parteien CVP, SVP und FDP. SP und Grüne gehen in dieser Dynamik etwas unter.

Auch die Themen der öffentlichen Debatte stellen sich gegen die SP. Das dominante Flüchtlingsthema etwa kann die Linke nicht nutzen. Umgekehrt sind die typischen SP-Themen wie Staatsabbau und Sparen bei der Bildung oder im Sozialbereich nicht im Trend. Trotzdem hat sich die SP hohe Ziele gesteckt. Sie will vier Sitze hinzugewinnen, und zwar je einen in den Wahlkreisen Toggenburg, Sarganserland, Werdenberg und Rorschach.

Im Wahlkampf setzt sie auf die traditionellen Mittel. Mit einer Ausnahme: Sie setzt wieder auf eine Telefonkampagne, versucht also mit Telefonanrufen SP-Sympathisanten an die Urne zu bewegen.

Grüne wollen Scharte auswetzen

Ähnlich schwierig ist die Ausgangslage für die Grünen. Auch für sie stehen die aktuellen politischen Themen quer zu ihren Interessen. Umgekehrt kann sie wie die SP ihre eigenen Akzente in Umwelt-, Verkehr- und Energiethemen nicht setzen.

Die Grünen haben bei den nationalen Wahlen im Herbst den Nationalratssitz von Yvonne Gilli verloren. Trotzdem sieht die Partei den kommenden Wahlen optimistisch entgegen. Sie möchte Fraktionsstärke im Kantonsrat erreichen. Das würde einen Gewinn von zwei zusätzlichen Sitzen bedeuten.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr