Mahnmal für Anna Göldi in Glarus

Anna Göldi wurde als Hexe Europas in Glarus hingerichtet. Gestern wurde ihr ein Denkmal gesetzt. Die Initianten erhoffen sich eine Wirkung für alle Diskriminierten, auch der heutigen Zeit.

Anna Göldi-Museum in Mollis.

Bildlegende: Das Ende der letzten Hexe: Ausstellung im Anna Göldi-Museum in Mollis. Keystone

Sie mussten gestehen, mit dem Teufel geschlafen oder kleine Kinder gegessen zu haben. Sie wurden lebendig verbrannt, ertränkt, geköpft: Tausende Frauen, einzelne Kinder, zum Teil auch Männer. Ihnen wurde wegen Hexerei der Prozess gemacht - auch in der Schweiz.

Als letzte Hexe Europas wurde in Glarus Anna Göldi hingerichtet - am 13. Juni 1782, vor 232 Jahren also. Die Magd soll ein kleines Mädchen verhext haben.

Erst vor wenigen Jahren wurde Anna Göldis Ehre wieder hergestellt, ihre Hinrichtung als Fehlurteil anerkannt. Am Freitag nun wurde in Glarus für sie ein Mahnmal eingeweiht: zwei Lichter unter dem Dach des Gerichtsgebäudes in Glarus.

Das schlichte Mahnmal beinhaltet keinerlei Lichtspektakel und ist nicht nur als Erinnerungsstätte vergangener Zeiten gedacht. Vielmehr soll es auch Warnung für die Gegenwart sein, den Rechtsstaat zu bewahren. Deshalb ist das Mahnmal nicht nur Anna Göldi, sondern allen Menschen gewidmet, die von Diskriminierung, Ausgrenzung oder staatlicher Willkür betroffen sind.

In der Parkanlage weist künftig eine Gedenktafel auf die zwei Lichter hin, die am nordwestlichen Dachgeschoss des Gerichtshauses angebracht sind und bei Tag und Nacht brennen.

Auch andernorts in der Schweiz gibt es Vorstösse, um angebliche Hexen zu rehabilitieren.

Gespräch mit Historikerin

Über Anna Göldi und die tausenden weiteren in der Schweiz unschuldig als Hexen Verfolgten sowie darüber, ob Mahnmale für Hexen Sinn machen, spricht Ivana Pribakovic mit der Historikerin Susanna Burghartz. Sie ist Professorin an der Universität Basel und Expertin für Hexenverfolgungen.