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Ostschweiz Massiv weniger Verkehr - aber nicht für alle

In Arbon hängt der Haussegen schief. Die Bewohner der Altstadt sind sich uneinig wegen der neuen Verkehrsführung durch die Innenstadt. Seit anfangs Jahr ist sie als Provisorium in Betrieb. Seither ist der Verkehr um bis zu 70 Prozent weniger geworden. Die Stadt hat die Mess-Ergebnisse präsentiert.

Rund 140 Arbonerinnen und Arboner besuchten den Informationsabend.
Legende: Rund 140 Arboner kamen in den Seeparksaal, um sich über die Resultate der Verkehrsmessungen informieren zu lassen. SRF

Für ein Einbahnsystem mit Begegnungszone haben sich 2012 Workshopteilnehmer im Rahmen des Projekts «Lebensraum Altstadt» ausgesprochen. Provisorisch sind diese Verkehrsführung und Tempo 30 seit Januar eingeführt. Und tatsächlich bringt sie Entlastung, so wurde an der Veranstaltung im Seeparksaal informiert. «Bis zu 70 Prozent weniger Verkehr rollt heute durch die Arboner Altstadt», bestätigte Stadtammann Andreas Balg auch gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» auf SRF1.

Noch immer viel zu viel Durchgangsverkehr

Für viele sei diese neue Verkehrsführung ein Segen. Nicht so für die Bewohner der Promenadenstrasse. Sie leiden heute unter einer merklichen Mehrbelastung. Verkehrten vorher noch 150 Fahrzeuge pro Tag auf der Promenadenstrasse, so sind es heute 1'800. «Das können wir so nicht einfach hinnehmen», sagte ein Gegner während der Diskussionsrunde.

Stadtammann Andreas Balg versicherte ihm, dass mit diesem Provisorium noch längst nicht alle Ziele erreicht seien. Der Durchgangsverkehr, der werktags über 50 Prozent des gesamten Verkehrs in der Altstadt ausmache, müsse mit klarer Signalisation und weiteren Massnahmen reduziert werden. Auf der Promenadenstrasse wolle man den Schwerverkehr und den Öffentlichen Verkehr minimieren, zur raschen Entlastung der Wohnbevölkerung. Überdies denke man bereits über Belagssanierungen nach.

Das letzte Wort haben die Arboner an der Urne

«Ich wohne seit 40 Jahren in der Altstadt und konnte diesen Winter erstmals mit geöffnetem Schlafzimmerfenster schlafen», schwärmt ein vehementer Befürworter. Seiner Meinung nach solle man diesem Provisorium erst einmal eine Chance geben und den längeren Verlauf dieses Projekts abwarten.

Dazu merkte Stadtammann Andreas Balg an, dass an dieser Verkehrsführung keine groben Änderungen mehr vorgenommen würden. Dieses Einbahnsystem sei in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung entstanden und werde entsprechend weiterverfolgt. Im Herbst solle die Planauflage stattfinden. Im Frühling 2016 dürften dann die Arbonerinnen und Arboner an der Urne über dieses Verkehrskonzept und seine Finanzierung entscheiden.

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