Mehr Lektionen in der St. Galler Primarschule

Die St. Galler Regierung will Lektionen von der Oberstufe in die Primarschule verschieben. Das sei nötig, um den Lehrplan 21 umzusetzen. Eine Überbelastung soll es dennoch nicht geben.

«Es ist wichtig, dass wir in den Grundsätzen mit dem Lehrplan 21 kompatibel sind», sagt der St. Galler Bildungsdirektor Stefan Kölliker. Weil es auf jeder Stufe Leistungstests gebe, müssten die St. Galler Schülerinnen und Schüler jeweils auch auf dem gleichen Stand sein wie Schüler anderer Kantone. Die Regierung achte aber darauf, dass es keine Überbelastung für Primarschüler gebe, verspricht Kölliker.

Ethik- oder Religionsunterricht?

Zu reden gab bei der Ausarbeitung des Lehrplans auch der Religionsunterricht. In diesem Punkt weicht der Kanton St. Gallen von anderen Kantonen ab. Diese haben den Religionsunterricht nicht im Lehrplan verankert. Stattdessen wird dieser von den Kirchen organisiert. «Die Vermittlung von christlichen Werten ist uns wichtig», begründet Kölliker die Situation in St. Gallen.

Wie der Religionsunterricht im Kanton St.Gallen mit dem neuen Lehrplan organisiert wird, ist noch nicht klar. Die Regierung schlägt zwei Varianten vor: Bei der ersten sollen Schülerinnen und Schüler verschiedener Glaubensrichtungen getrennt unterrichtet werden, bei der zweiten ist eine gemeinsame Ethik-Lektion für alle obligatorisch, der Religionsunterricht würde dann zusätzlich von den Kirchen angeboten.

Regierung wartet auf Rückmeldungen

Die Details des Lehrplans 21 sind im Kanton St. Gallen nun in der Vernehmlassung. Die Regierung will sich im Juni festlegen. In zwei Jahren soll der neue Lehrplan im ganzen Kanton gelten.