Mit der Klarinette durch ganz Südamerika

Für Gallus Bachmann öffnete die Klarinette die Tür zur Welt. Mit ihr machte er Strassenmusik und er entdeckte, dass Musik sein Leben war. Weil er als gelernter Maurer nicht auf ein Schweizer Konservatorium zugelassen wurde, studierte er Musik in Brasilien. Dort ist er heute ein gefragter Musiker.

Gallus Bachmann am Konzert

Bildlegende: Gallus Bachmann (1.v.r.) mag auch Swing. Diesen lebt er im Casa 13, im Favela Pireirão aus SRF

Nach der Maurer-Lehre, vor rund 40 Jahren, reiste der gebürtige Arboner mit einem Freund quer durch Südamerika. Geplant waren drei Monate, geblieben sind die beiden über zwei Jahre. Sie konnten von ihren Strassenauftritten leben und wurden für verschiedene Anlässe engagiert.

Zurück in der Schweiz war dem jungen Thurgauer bewusst, dass er sein Geld nicht auf dem Bau, sondern mit Musik verdienen wollte. Eine Zulassung in ein Schweizer Konservatorium bekam er nicht, ihm fehlten die notwendigen Schulabschlüsse. 1987 reiste Gallus Bachmann zurück nach Rio de Janeiro und ging dort in ein Konservatorium.

Heute ist er ein gefragter Klarinettist im Genre «Chorinho». Diese Musikrichtung wird auch als brasilianischer Blues beschrieben. Gallus Bachmann kann in dieser Musik seine Improvisationslust ausleben. Dies hat ihm in der Schweiz gefehlt, wenn er Ländlermusik spielte.