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Neue Methode Mit Sitzstreiks die Schüler im Thurgau erziehen

Für den Umgang mit schwierigen Situationen gibt es eine Methode, welche die Schulen im Kanton Thurgau neu praktizieren können. Der Kanton bietet im Rahmen der «Neuen Autorität» Weiterbildungen an.

Schnee
Legende: Wenn Schüler andere plagen, sollen sie neu selber zur Einsicht gelangen. Symbolbild Keystone

Um was geht es? Bei grösseren Problemen an einer Schule können Thurgauer Schulen neu Sit-ins, also Sitzstreiks durchführen. Um diese Methode anzuwenden, können Thurgauer Lehrer Weiterbildungen im Rahmen der «neuen Autorität» besuchen. Bei diesen Sitzstreiks warten die Lehrer zusammen mit allen Schülern darauf, dass die fehlbaren Schüler zur Einsicht kommen und Lösungsvorschläge unterbreiten.

Wer hat's erfunden? Die Methode geht auf den indischen Pazifisten Mahatma Ghandi und sein Konzept des gewaltfreien Widerstandes zurück. Auf dieser Grundlage hat der israelische Psychologe Haim Omer sein Konzept der «neuen Autorität» entwickelt. Kernelement dieses Konzeptes sind die Sit-ins. Mit Beharren sollen Kinder und Jugendliche zur eigenen Einsicht ihres Fehlverhaltens gebracht werden. Sie sollen dabei auch selber Lösungsvorschläge entwickeln.

Gibt es Kritik? Der Psychologe und Psychotherapeut Allan Guggenbühl befürwortet zwar, dass Kinder und Jugendliche selbst zur Einsicht ihres Fehlverhaltens finden sollen. Er kritisiert aber, dass Schüler, die unbeteiligt sind, ebenfalls bestraft werden, wenn sie an den Sitzstreiks teilnehmen müssen. Dies hätten ihm auch zahlreiche Rückmeldungen von Eltern gezeigt, die sich darüber beklagen würden, dass ihre Kinder statt in der Schule etwas zu lernen, an Sitzstreiks teilnehmen müssen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    Die Frage bleibt, wer entscheidet, was "ein grösseres Problem" an einer Schule ist? Für Kinder und Jugendliche sind ganz anderes grosse Probleme, wofür es sich lohnt einen Sitzstreik durchzuhalten, als für Lehrpersonen und Schulleitungen. Wenn eine Lehrperson ein Problem darstellt, dürfen die SuS dann auch sitzen, bis sie einen Lösungsvorschlag bringt?
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  • Kommentar von Fr. Widmer (FW)
    Der Ansatz ist vielleicht gut, die Umsetzung schwierig. Kollektivstrafen sollten tabu sein. Vielleicht fehlt diesen fehlbaren Buben einfach mehr Bewegung und handwerkliche Tätigkeiten. Die Schule ist zu Kopf-lastig geworden. Dem unermüdilichen Bewegungsdrang, dem handwerklichen Gestaltungssinn, dem kämpferischen Wesen der Jungs wird in der Schule viel zu wenig Rechnung getragen. Schickt sie raus an die frische Luft, lasst sie austoben oder arbeiten, dann erst Gespräch suchen. Stattdessen Sitzen?
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