Monika Renz: «Jeder Sterbeprozess bewegt mich aufs Neue»

Sterbebegleiterin Monika Renz gilt als Pionierin in der Sterbeforschung. Seit 1998 leitet sie die Psychoonkologie am Kantonsspital St. Gallen. In ihrer 17-jährigen Tätigkeit hat sie rund 1'000 Personen beim Sterben begleitet. Sie sagt: «Jeder Mensch, jeder Prozess ist individuell».

«Was kommt auf uns zu, wenn wir die letzte Schwelle überschreiten – hinein in einen Bereich, von dem wir nichts wissen? Was erfahren Sterbende? Und was können wir von ihnen lernen?» Diese Fragen versucht die studierte Theologin und Psychotherapeutin in ihrem Buch «Hinübergehen – Was beim Sterben geschieht» zu beantworten. Der Leser erfährt anhand von konkreten Beispielen, welche Prozesse Menschen beim Sterben durchleben. Aber auch, wie Aussenstehende die Sterbenden in diesen Momenten wahrnehmen.

In dem Buch kommen 17 Jahre Erfahrung mit Sterbenden zusammen. Rund 1'000 Patienten hat Monika Renz beim Sterben schon begleitet. 80 konkrete Fälle hat sie für ihre Studie verwendet. Sie sagt: «Sterben ist ein Prozess. Die Menschen durchlaufen verschiedene Phasen. Sterben ist ein Hinübergehen, ein Loslassen vom Ich zu einem Dasein ausserhalb unserer Ich-Gebundenheit». Jeder Prozess sei individuell – und jeder bewege sie aufs Neue.

Monika Renz

Monika Renz gilt als eine der erfahrensten und reflektiertesten Persönlichkeiten der Sterbebegleitung, der Sterbeforschung und der spirituellen Begleitung Schwerkranker. Sie ist Theologin und Tiefenpsychologin. Sie bezeichnet sich selbst als offene, religiöse Person. Sie hat selbst schon Nahtoderfahrungen gemacht.