Mundart oder Hochdeutsch?

Im Thurgauer Grossen Rat können die Kantonsräte reden, wie sie wollen, sprich Mundart oder Hochdeutsch. Eine Änderung in der Geschäftsordnung, die Verhandlungen ausschliesslich in Hochdeutsch zu führen, lehnte der Rat am Mittwoch klar ab.

Kantonsräte im Grossen Rat in Weinfelden

Bildlegende: Kantonsräte können reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. srf

Die Fachkommission hatte vorgeschlagen, die Ratssprache auf Hochdeutsch festzulegen, weil so die Protokollführung erleichtert würde. Dies passte einigen Ratsmitgliedern gar nicht. Stefan Geiges (CVP, Frauenfeld) verlangte, dass er weiterhin so reden dürfe, wie ihm der Schnabel gewachsen sei. Der Rat stehe allen Bürgern offen, auch einfachen Handwerkern wie ihm. Hochdeutsch solle keine Voraussetzung sein, um in den Kantonsrat gewählt werden zu können, sagte Geiges. Unterstützt wurde sein Antrag von der SVP-Fraktion.

Allerdings war sich die Mehrheit einig, dass normalerweise im Kantonsrat Hochdeutsch gesprochen werde. Eine Regelung in der Geschäftsordnung brauche es deshalb nicht. Turi Schallenberg (SP, Bürglen) stellte schliesslich den Antrag, den entsprechenden Paragraphen aus der Geschäftsordnung des Grossen Rates zu streichen. Dieser wurde mit 100 gegen 11 Stimmen angenommen.