Nach dem kalten Frühling pfeiffen weniger Dompfaffen

Die Vogelvielfalt bleibt in der Ostschweiz stabil. Aber einige Arten kämpfen um ihren Lebensraum – wie die Feldlerche, das Braunkehlchen oder der Neuntöter. Der nasskalte Frühling 2013 hat vor allem dem Gimpel zugesetzt. Positiv ist die Bilanz bei der Reiherente.

Gimpel

Bildlegende: Der Gimpel – auch Dompfaff genannt – ist eine Vogelart aus der Familie der Finken. Er ist in der Schweiz heimisch. Vogelwarte Sempach, Marcel Burckhardt

Der Swiss Bird Index der Vogelwarte Sempach gibt Auskunft über den Bestand der Schweizer Brutvögel. Er ist einer der 17 Schlüsselindikatoren für die Biodiversität und wird deshalb vom Bund im Monitoring der Nachhaltigen Entwicklung der Schweiz verwendet.

Statistik Gimpel

Bildlegende: Der Gimpel hat unter dem garstigen Wetter des Frühlings 2013 gelitten. Der Bestand ist langfristig betrachtet stabil. Schweizer Vogelwarte

Der aktuelle Swiss Bird Index zeigt, dass die Gesamtheit der Schweizer Brutvögel seit 1990 zunimmt. Diese Entwicklung beschränke sich jedoch vorwiegend auf bereits weit verbreitete Arten, so die Experten der Vogelwarte. «Die Bestände von Vögeln, die auf der Roten Liste figurieren oder speziell im Landwirtschaftsgebiet gefördert werden sollen, nehmen ab», sagt Michael Schaad von der Vogelwarte.

Negativ hat sich auch der späte und nasskalte Frühling 2013 ausgewirkt – etwa beim Gimpel –, langfristig sei der Trend aber positiv. Wegen der zunehmend intensiveren Landwirtschaft haben vor allem die Feldlerche, das Braunkehlchen und der Neuntöter einen eingeschränkten Lebensraum; die Zahl der Vögel hat deshalb in der Ostschweiz abgenommen, so Michael Schaad von der Vogelwarte.

Positiv hingegen sei, dass Wasservögel – wie die Reiherente – immer häufiger in den Bündner Bergseen ihre Kücken aufziehen.