Nach der Wahl: Umbrüche in der Ausserrhoder Politik

Mit dem Verlust der absoluten Mehrheit in der Regierung hat die Ausserrhoder FDP am Sonntag eine historische Niederlage eingefahren. Damit werde ein Stück weit Normalität geschaffen, sagt Vorstandsmitglied Annette Joos. Für die Parteiunabhängigen dürfte sich einiges ändern.

Alfred Stricker und Andreas Zuberbühler

Bildlegende: Alfred Stricker (rechts) und PU-Präsident Andreas Zuberbühler haben gut lachen. Die FDP weniger. Keystone

Die FDP schaue nun der Regierung mindestens so genau auf die Finger, sagt Fraktionspräsidentin Annette Joos. Der Verlust der absoluten Mehrheit in der Regierung sei zwar schmerzhaft. Aber es gelte, nach vorne zu schauen.

«  Ich bin nicht wirklich traurig, dass wir nicht mehr fünf von sieben Regierungsräte stellen. »

Annette Joos
Fraktionspräsidentin FDP

Für den Präsidenten der Parteiunabhängigen, Andreas Zuberbühler, war der Sonntag ein Freudentag. Bislang seien zwar auch schon Parteiunabhängige in die Ausserrhoder Regierung gewählt worden. Diese seien in der Folge aber in die FDP eingetreten. Alfred Stricker werde dem Appenzellerland etwas bringen.

«  Die Wahl Strickers ist kein Sieg für die Parteiunabhängigen, sondern fürs Appenzellerland »

Andreas Zuberbühler
Präsident Parteiunabhängige

Auch für die SVP ist die Wahl des Parteiunabhängigen Alfred Stricker eine Genugtuung. Die SVP setzt sich seit langem dafür ein, dass die FDP die Mehrheit im Kanton verliert. Der SP wird zwar schon seit jeher ein Sitz in der Ausserrhoder Regierung zuerkannt. Die SVP war es, die das geschnürte Päckli aufbrach. Nun seien alle Parteien gut eingebunden, so könne man gut regieren, sagt Edgar Bischof, Präsident der SVP.

«  Wenn eine Partei alles bestimmen kann, ist das ungesund. »

Edgar Bischof
Präsident SVP

Die drei Parteienvertreter sind sich einig, dass die Regierungsratswahl am Sonntag zwar eine andere Ausgangslage schaffe. Appenzell Ausserrhoden werde sich dadurch aber nicht grundlegend verändern.