Nachbarn machen sich Sorgen wegen der Grenzgänger

Das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative hat auch Folgen für die Grenzgänger. Sie würden ebenfalls unter die zukünftigen Kontingente ausländischer Arbeitskräfte fallen. Im benachbarten Ausland ist man deswegen besorgt.

Zoll in St. Margrethen

Bildlegende: Viele Grenzgänger sind nach der gestrigen Abstimmung verunsichert. Keystone

Täglich pendeln knapp 8000 Österreicher und 6000 Deutsche an ihre Arbeitsplätze in der Ostschweiz. Laut Initiativtext werden sie inskünftig ebenfalls unter die Kontingente des Bundes fallen. Noch ist offen, wie und nach welchen Kriterien diese Kontingente geschnürt werden sollen.

Wirtschaftlich wichtig

In der benachbarten Grenzregion hofft man aber, dass die Grenzgänger gegenüber anderen Zuwanderern bevorteilt werden, denn für viele Städte und Gemeinden im grenznahen Ausland sind die Pendler von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Man werde die Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU unter diesem Gesichtspunkt besonders genau verfolgen und gegebenenfalls Druck machen, heisst es bei betroffenen Kommunen auf Anfrage.

«Wenig Spielraum für Verhandlungen»

Der St. Galler Volkswirtschaftsdirektor Benedikt Würth (CVP) sieht indessen wenig Spielraum für Verhandlungen. Der Initiativtext sei klar und sehe vor, dass Grenzgänger ebenso wie alle übrigen Zuwanderer unter die neu zu schaffenden Kontingente fallen. Würth hatte die Initiative im Vorfeld der Abstimmung bekämpft.