Nachhaltigkeit im Trend - auch bei KMU

Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen schreiben sich ein nachhaltiges Wirtschaften auf die Fahne. Nur wenige allerdings belegen ihre Leistungen in diesem Bereich mit einem Nachhaltigkeitsbericht. Eines der wenigen Ostschweizer KMU mit einem solchen Bericht ist die Schokoladenfirma Maestrani.

Ein Mann hält eine Kakaobohne.

Bildlegende: Maestrani will, dass die Rohwaren bis 2016 zu 100 Prozent rückverfolgbar sein müssen. Keystone

Ein Nachhaltigkeitsbericht ist ein Leistungsausweis für nachhaltiges Wirtschaften. Für Grossunternehmen gehört ein solcher Bericht in der heutigen Zeit zum Geschäftsjahr wie beispielsweise der Geschäftsbericht.

Anders bei KMU. Für kleine und mittlere Unternehmen ist ein Nachhaltigkeitsbericht häufig zu teuer und zu aufwändig. Ausserdem ist der Druck von Kunden und der Öffentlichkeit geringer.

Maestrani als Ausnahme

Eine Ausnahme in der Ostschweiz bildet die Schokoladenherstellerin Maestrani in Flawil. Sie hat in diesem Jahr bereits den zweiten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.

Daraus geht hervor: Nicht alle Ziele aus dem letzten Bericht von 2013 konnten vollständig erreicht werden. Darum gehe es aber nicht primär, sagt Marketingleiter Markus Wilda. Wichtig sei es, dass ambitionierte Ziele vorhanden seien.

«  Wir setzen uns bewusst ambitionierte Ziele. »

Markus Wilda
Marketingleiter Maestrani

Lange Tradition

KMU, die einen Nachhaltigkeitsbericht verfassen, seien oft Unternehmen, die sich schon in langer Tradition mit dem Thema befassen, erklärt Josephine Herzig, Braterin der BSD Consulting, einer Nachhaltigkeitsberatungsfirma für Unternemen.

Ausserdem seien die Nachhaltigkeitsberichte von KMU im Gegensatz zu jenen von Grossunternehmen meist sehr fundiert und nicht ein Instrument für Werbezwecke. Augenwischerei sei in einem KMU gar nicht machbar, so Herzig. Zu gross sei das Risiko, bei Kunden und Angestellten unglaubwürdig zu wirken.