Neue Erkenntnisse rund um den St. Galler Globus

«Für mich ist das wie Weihnachten und Ostern an einem Tag», sagt Jost Schmid, Leiter Kartenabteilung und Panoramen der Zentralbibliothek Zürich. Der Arboner hat zufällig einen sensationellen Fund gemacht, der die Entstehungsgeschichte rund um den St. Galler Globus auf den Kopf stellt.

Jost Schmid von der Zentralbibliothek mit einem Faksimile des Sensationsfunds.

Bildlegende: Jost Schmid von der Zentralbibliothek mit einem Faksimile des Sensationsfunds. SRF

Der St. Galler Globus ist die Ikone des Kulturgüterstreits zwischen Zürich und St. Gallen. Im zweiten Villmergerkrieg haben Zürcher Truppen Handschriften und den Erd-und Himmelsglobus aus dem 16. Jahrhundert aus dem Kloster St. Gallen geraubt. Seit der Einigung im Kulturgüterstreit vor 10 Jahren steht das Original in Zürich, die Kopie in der Stiftsbibliothek St. Gallen.

Neue Entstehungsgeschichte

Ein Koch aus Olten hat ein historisch wertvolles Pergament in einer Brockenstube gefunden. Durch Zufall erfuhr Jost Schmid von der Zentralbibliothek Zürich vom Dokument. Er kaufte dem Koch das Pergament ab: «Das farbige Pergament ist eine Sensation. Es zeigt zum ersten Mal, wie der Globus im Original aussah. Teile wurden nämlich 1595 übermalt. Nun ist auch klar, dass er nicht wie bisher angenommen aus Augsburg stammt.» Aus dem Dokument lässt sich folgendes schliessen: Der Globus kommt aus Norddeutschland und er muss zwischen 1571 und 1595 erbaut worden sein.

Das Pergament wird nun restauriert und in der Zentralbibliothek Zürich ausgestellt. Jost Schmid: «Dass ich das in meinem Leben als Forscher erleben durfte ist einmalig. Es ist wie sechs Richtige im Lotto.»

Regionaljournal Ostschweiz, SRF1, 17:30 Uhr