Neue Wege für die Wasserkraft

Der billige Strom aus dem Ausland macht der heimischen Wasserkraft das Leben schwer. Grosse Kraftwerke würden wohl keine mehr geplant und gebaut, liess die Stromlobby kürzlich verlauten. Stimmt nicht ganz, meinen Experten.

Die Staumauern des Kraftwerkes Linth-Limmern

Bildlegende: Das Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern würde laut Axpo heute nicht mehr gebaut. Keystone

Subventionierter Strom aus deutschen Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen macht den Schweizer Stromproduzenten das Leben schwer: Der ausländische Strom wird in grossen Mengen produziert und treibt den Strompreis in den Keller. Unter diesen Voraussetzungen hätte die Axpo das Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern im Kanton Glarus nicht realisiert, hat kürzlich der Axpo Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini verkündet.

Bund und Kantone sollen mithelfen

Stimmt nicht ganz, halten Experten entgegen. «Der tiefe Strompreis setzt die Stromproduzenten zwar unter Druck. Pumpspeicherkraftwerke sind aber nach wie vor eine gute Lösung für die Schweiz», sagt Karl Frauendorfer, Professor an der Uni St. Gallen. Die Axpo hätte bei der Planung aber besser berücksichtigen müssen, dass der Strompreis unter dem Druck des Billigstroms aus dem Ausland zusammenbrechen könnte.

«Zudem ist es angesichts der unsicheren Strompreise heute für ein einzelnes Unternehmen zu risikoreich, alleine ein grosses Kraftwerk wie Linth-Limmern zu realisieren.» Frauendorfer sieht eine mögliche Lösung darin, dass Bund und Kantone bei der Finanzierung einsteigen - mit Geldern, die die Stromkonzerne dann zurückzahlen, wenn die Kraftwerke auf gutem Weg sind.