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NS-Raubkunst Viele Spuren und Irrwege

Akten im Kunstmuseum St. Gallen
Legende: Die Sturzenegger-Akten umfassen viele Seiten. Darunter Rechnungen, Lieferscheine, Korrespondenzen. Kunstmuseum St. Gallen

Zehn Schweizer Museen erhalten finanzielle Unterstützung, um nach NS-Raubkunst forschen zu können. Darunter drei Ostschweizer Museen: Das Historische- und Völkerkundemuseum St. Gallen, das Kunstmuseum St. Gallen und das Kirchner Museum.

Akribische Arbeit nötig

Im Fokus der Forschung steht die Sturzeneggersche Gemäldesammlung. Sie wurde 1926 von Eduard Sturzenegger der Stadt St. Gallen geschenkt, jedoch bis 1936 umgestaltet. Bilder wurden verkauft, andere gekauft. Besonders die Werke, die während der kritischen Jahre (1933-1936) zur Sammlung hinzugekommen sind, werden untersucht. Also während der Zeit, als die Nationalsozialisten an der Macht waren. Rund 100 Werke kamen dazu, 80 davon sind heute noch im Besitz des Kunstmuseums.

Bis jetzt konnte bei vielen Werken die Quelle nachgewiesen werden, wie die Bilder in die Sammlung gelangten. Nun gehe es darum herauszufinden, woher der Händler dieses Bild hatte, so Kurator Matthias Wohlgemuth. Von den insgesamt 140 Werken der Sammlung können 50 als unbelastet aus der Untersuchung freigegeben werden. «Es wird uns bis zum Frühling gelingen, die Herkunft einiger weiteren Werke nachweisen zu können.» Zudem werde die Sammlung digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht, damit andere Museen und Forscher aus den Akten Hinweise gewinnen können.

Das Kunstmuseum St. Gallen erhielt vom Bund 90'000 Franken für das Projekt. Nächstes Jahr wolle man ein neues Projekt einreichen und hoffe auf weitere finanzielle Unterstützung.

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