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Ostschweizer Bundesrätin? Karin Keller-Sutter schliesst Kandidatur nicht mehr aus

Geht es um die Nachfolge von Bundesrat Johann Schneider-Ammann, fällt stets der Name von Karin Keller-Sutter. Und so war die St. Galler FDP-Politikerin während dem Bundesratsbesuch am Mittwoch in St. Gallen auffällig präsent. Klar, sie war als Ständeratspräsidentin in einer speziellen Rolle. Dennoch fiel die Nähe und Vertrautheit zum Bundesrat auf.

Wann Schneider-Ammann seinen Sitz der Ostschweizerin überlasse, wollte der SRF-Reporter wissen. «Wir sind am Verhandeln», antwortete der Bundesrat schmunzelnd. Es seien Transfergespräche wie im Fussball, merkte er an. Und Karin Keller-Sutter? Sie betonte, dass auch andere Regionen Anspruch auf einen Sitz im Bundesrat erheben würden. Und dennoch: Sie schliesst eine eigene Kandidatur zumindest nicht mehr explizit aus.

Bundesratsbesuch
Legende: Karin Keller-Sutter in vertrauter Atmosphäre zwischen den FDP-Bundesräten Ignazio Cassis und Johann Schneider-Ammann. SRF/Jonathan Fisch

Die Ostschweiz und ihre Bundesräte

Seit dem Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf im Jahr 2015 ist die Ostschweiz nicht mehr in der Landesregierung vertreten. Es sei deshalb wichtig, dass die Ostschweizer Kantone gemeinsam auftreten würden, das betonte auch Karin Keller-Sutter.

Graubünden im Bundesrat

Eveline Widmer-Schlumpf
BDP
2007 - 2015
Leon Schlumpf
SVP1979 - 1987
Felix-Louis Calonder
FDP1913 - 1920
Simeon Bavier
FDP
1878 - 1883

Es sind über 100 Bundesräte, die die Schweiz seit ihrer Gründung 1848 regierten. Weitaus am meisten Magistraten stellte der Kanton Zürich. Beide Appenzell, Glarus, Graubünden, St. Gallen und Thurgau brachten es zusammen lediglich auf 17 Bundesräte.

St. Gallen im Bundesrat

Kurt Furgler
CVP
1971 - 1986
Thomas Holenstein
CVP1954 - 1959
Karl Kobelt
FDP1940 - 1954
Arthur Hoffmann
FDP1911 - 1917
Wilhelm Matthias Naeff
FDP1848 - 1875

Im Ostschweizer Vergleich schneidet der Kanton St. Gallen mit fünf Bundesräten am besten ab. In Erinnerung dürfte Kurt Furgler sein, der von 1971 bis 1986 Teil der Landesregierung war - eine in jüngerer Vergangenheit überdurchschnittlich lange Amtsdauer. Rund 10 Jahre bleiben die Bundesräte durchschnittlich im Amt.

Thurgau im Bundesrat

Heinrich Häberlin
FDP1920 - 1934
Adolf Deucher
FDP
1883 - 1912
Fridolin Anderwert
FDP
1875 - 1880

Der Kanton Thurgau stellte drei Bundesräte. Für den letzten Thurgauer Bundesrat, Heinrich Häberlin, muss man allerdings weit zurückblättern in den Geschichtsbüchern.

Appenzell Innerrhoden im Bundesrat

Ruth Metzler
CVP
1999 - 2003
Arnold Koller
CVP1986 - 1999

Jeweils zwei Bundesräte stellten beide Appenzell. Ruth Metzler folgte 1999 auf ihren Innerrhoder Parteikollegen Arnold Koller. Ihre Zeit in Bern war aber von kurzer Dauer, denn Metzler war eine von vier Bundesräten, die trotz Kandidatur nicht wiedergewählt wurden. Ruth Metzler musste 2003 Christoph Blocher weichen, dem allerdings nur vier Jahre später das selbe blühte.

Appenzell Ausserrhoden im Bundesrat

Hans-Rudolf Merz

FDP

2003 - 2010

Johannes BaumannFDP1934 - 1940

Ausserrhoden hatte seit 1848 ebenfalls zwei Vertreter in der Landesregierung. In Erinnerung bleibt vor allem Hans-Rudolf Merz, der mit seinem «B...Bündnerfleisch» schweizweit die Lacher auf seiner Seite hatte.

Glarus im Bundesrat

Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft
Joachim Heer
FDP
1875 - 1878

Lediglich einen Bundesrat stellte bisher der Kanton Glarus. Die Amtszeit von Joachim Heer endete allerdings vor 140 Jahren.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 12:03 Uhr

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34 Kommentare

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  • Kommentar von P. Gemperle (PG)
    Antigone Kunz hat total recht mit "Es gibt einen kleinen Unterschied, ob wirtschaftsbezogen oder im Dienste und am Tropf von Wirtschaft&Konzerne hängend. " Frau Keller Sutter ist gesamt schweizerisch von 246 Bernpolitiker an 5. Stelle und als Frau an 1. Stelle, was die Verfilzung anbelangt. Man sagt dem etwas verschleierter "Abhängigkeitsindex". Verfilzt, sicher nicht mit der Arbeitsnehmerseite, der Natur oder unserem Volkswohl. Verfilzt mit dem Grosskapital natürlich. Bin übrigens kein SPler.
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  • Kommentar von Peter Kunz (calanda)
    Gabs da nicht einmal eine Asylgeschichte bei welcher Frau Keller-Sutter involviert gewesen sein sollte. Wie ist die eigentlich ausgegangen?
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Frau Keller-Suter ist eine FDP-"Hardlinerin"! Aus der linken Ratssteite der Bundesversammlung bekäme die Ostschweizerin mit Sicherheit nur wenige Stimmen! Für die SVP-Fraktion gäbe diese Kandidatur eine 100%ige Zustimmung! Nun, diese Fakten muss die charmante, 4-sprachige Politikerin sehr gut analysieren, bevor sie in dieses "Abenteuer" einsteigen will! Könnten wir die Bundesräte an der Urne wählen, meine Stimme hätte Frau Keller-Suter ganz sicher! Es wird so oder so spannend!
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