Ostschweizer Exportfirmen reagieren auf starken Franken

Die Ostschweizer Exportfirmen stehen wegen dem starken Franken vor zwei Problemen. Erstens müssen sie schnell reagieren auf die Frankenstärke. Sogar Lohnkürzungen sind dabei ein Thema. Zweitens müssen sie langfristige Strategien entwickeln, um mit der Konkurrenz im Ausland mithalten zu können.

In einer Monatgehalle

Bildlegende: Die Industrieunternehmen sind gezwungen, zu reagieren. Keystone

Die Stadler Rail im thurgauischen Bussnang prüft, die Arbeitszeit zu verlängern – bei gleichem Lohn. Damit soll die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Ausland aufrecht erhalten werden. Gleicher Lohn, aber länger arbeiten: Diese Massnahme setzt die Hydrel in Romanshorn bereits um, wie das Unternehmen gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1 bestätigt.

Lohnkürzungen kein Tabu

Sparen beim Personal ist bei der Rorschacher Starrag ein Thema. «Wir prüfen eine temporäre Lohnkürzung in Teilen unseres Unternehmens», sagt CEO Walter Börsch. Mit den Arbeitnehmervertretungen seien Gespräche im Gang. Zudem würden mit den Lieferanten Gespräche geführt, um zumindest einen Teil der Frankenstärke mit Kosteneinsparungen kompensieren zu können. Längerfristig müsse das Unternehmen auch prüfen, wie die Produktivität nochmals gesteigert und die Effizenz verbessert werden könne, sagt Börsch.

Kurzarbeit kaum das richtige Mittel

Verschiedene Firmen haben bereits bei den kantonalen Wirtschaftsämtern nachgefragt, ob die Einführung von Kurzarbeit wegen der Währungsprobleme möglich sei. Das stösst auf Skepsis. «Kurzarbeit ist nur dann sinnvoll, wenn die Krise nicht zu lange dauert. Wir müssen uns bei der Frankenstärke aber auf ein länger dauerndes Problöem einstellen», sagt Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen Appenzell. Auch für Weigelt ist klar, dass die Unternehmen ihre Produktivität steigern müssen.

«Die Einführung von Kurzarbeit aufgrund der Währungssituation ist derzeit gar nicht möglich», sagt Edgar Sidamgrotzki, Leiter des Thurgauer Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Dies gebe der Bund bzw. das Seco so vor. Das könne jedoch ändern. Nämlich dann, wenn der starke Franken tatsächlich eine eigentliche Wirtschaftskrise in der Schweiz auslöse. Man stehe in dieser Frage mit dem Bund in intensivem Kontakt.